# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 25 boten“ vom 20. Nov. u. A. Folgendes: In Granville, Milwaukee Co., Wisconsin, stand ein gewisser Bühren einer nominell lutherischen Gemeinde, die aber auch Reformirte in ihren Schooß aufgenommen hatte, als Pastor vor. Er war früher Kaufmann und dann Methodistenprediger gewesen und ging nun darauf aus, die Gemeinde mit Hülfe der Refor⸗ mirten zu einer presbyterianischen zu machen. Zu diesem Zwecke setzte er vorerst durch, daß sich die Gemeinde von der Wisconsin⸗Synode, der sie angehörte, trennte. Als diese Tren⸗ nung bewerkstelligt war, ließ er folgenden Paragraphen in die Gemeindeconstitution auf⸗ nehmen: „Die hiesige Gemeinde soll von nun an das Recht haben, einen Prediger von irgend einer Synode oder Kirchenbenennung zu halten und, sobald sie vacant wird, sich einen neuen zu wählen, von wo sie will. Alle Artikel, besonders § 3., die dieser Bestimmung widersprechen, seien hiermit annullirt.“ (§ 3 bestimmte, daß nur ein lutherischer Pastor, zu einer anerkannt lutherischen Synode gehörend, Prediger dieser Gemeinde sein könnte.) Als dieses geschehen, wurde es nun bald offenbar, daß das Ziel, dem Hr. Bühren zusteure, die presbyterianische Kirche sei. Dies fand natürlich bei den Reformirten Gemeindegliedern wenig oder keinen Anstoß. Doch bei denen, welche lutherisch sein und bleiben wollten, fand er Widerstand. Er resignirte und ist jetzt presbyterianischer Prediger in Jowa. Nachdem aber ein anderer presbyt. Prediger eine Anzahl Glieder der Gemeinde für sich gewonnen hatte, schloß sich die Mehrzahl wieder der Wisconsin-Synode an. Möchte sich letztere diese Erfahrung zur Warnung dienen lassen. Generalsynode. In dem „Lutheran and Missionary“ vom 19. Nov. v. J. wird als eine „schmerzliche Thatsache“ erwähnt, daß die Generalsynode ihre Function, Bü⸗ cher für allgemeinen kirchlichen Gebrauch herauszugeben, mehr und mehr verliere. Ja, es heißt dort, „wir haben jetzt die monströse Anomalie, daß die Generalsynode ein Buch ver⸗ öffentlichen kann, welches nicht Eine Synode in ihrer ganzen Verbindung gebrauchen mag.“ Uns will bedünken, daß diese Thatsache nichts weniger als „schmerzlich“ ist. Sie zeigt, daß sich die Generalsynode überlebt hat und, wenn sie sich nicht auf Grund des göttlichen Wortes und des lutherischen Bekenntnisses reformiren läßt, einer sicheren Auflösung entgegengeht, geschweige daß ihr dann die Hoffnung geblieben sein sollte, nach und nach alle lutherisch sich nennenden Synoden dieses Landes in sich aufzunehmen. Innerhalb der Generalsynode sind durch Gottes Gnade eine nicht unbedeutende Anzahl von Männern aufgestanden, die jetzt ebenso entschieden gegen eine Repräsentation der Generalsynode durch zwinglianisch-metho⸗ distische Producte protestiren, wie die eingefleischten s. g. Americanisch-Lutherischen Glieder gegen eine Repräsentation derselben durch wirklich lutherische Veröffentlichungen. Ein ge⸗ meinsames Handeln, wenn es Lehre betrifft, ist schon jetzt fast nicht mehr ausführbar. Immer mehr wird die „lutherische Generalsynode“ in das Dilemma gedrängt, entweder ihre lutherischen Prätensionen aufzugeben und als solche unterzugehen, oder wirklich luthe⸗ risch zu werden. Tertium non datur. Wie wollten wir uns und wie würden sich alle Luthe⸗ raner von Herzen freuen, wenn der zweite Fall einträte! Bis jetzt ist leider nichts weniger, denn dieses, zu erwarten. Dr. Reynolds hat in „The North-Western Church“, einem Organ der Epi⸗ skopalkirche, welches in Chicago erscheint, die Gründe seines Uebertritts von der lutherischen zur Episkopalkirche veröffentlicht. Mit sichtlichem Behagen theilt daraus der „Observer“ vom 27. Nov. v. J. die Stelle mit, in welcher der Convertit erklärt, daß ihn zum Theil die weit gehenden Spaltungen und heftigen Streitigkeiten innerhalb unserer Kirche zum Austritt bewogen haben, wobei er sich namentlich auf den angeblichen „bitteren Sectarianismus“ und auf die Denuntiationen des „Lutheran and Missionary“ bezieht, womit letzterer die Männer der Observer-Partei verfolge. Wunderlicher Weise macht es der Observer somit selbst mit Wohlgefallen bekannt, daß eben der Geist dieser seiner Partei in Dr. Reynolds lebt und diesen aus der luth. Kirche getrieben hat, nicht aber ein sogenanntes lutherisches Hochkirchenthum. „Die evangelisch⸗lutherische Kirche in den südlichen Staaten und deren General⸗Synode.“ Unter dieser Aufschrift theilt der „Lutheran and Missionary“ vom 12. November v. J. Auszüge aus einem über England ihm zu⸗