# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 (Eingesandt von Prof. Crämer.) Unsere Local⸗Conferenzen. Motto: „Es ist kein Ding, das die Leute mehr bei der Kirchen behält, denn die gute Predigt.“ Apolog. Art. XII. Es möcht vielleicht manchem auffällig erscheinen, über einen Aufsatz, der von unseren kleineren Conferenzen handeln soll, die unvergleichliche, unbestrittene und unbestreitbare Stelle aus der Apologie als Motto zu finden; doch merkt jeder daran sogleich, in welcher Beziehung hier von diesen Conferenzen gehandelt werden soll. — Gewiß ist es ja ein mit freudigem Dank gegen Gott anzuerkennendes Zeichen eines regen Lebens und gesunden Gemeinschaftstriebs, daß, wo immer in unserer Synode kleinere Kreise von Amtsbrüdern sich räumlich nahe genug stehen, um die Sache ausführbar zu machen, meist sofort auch Local⸗Conferenzen in's Leben treten, und zwar Conferenzen im eigentlichen Sinne, nicht zum Zeitvertreib und geselliger Unterhaltung, sondern um wirklich die gemachten Amtserfahrungen, die Amtsfreuden und das viel größere Amtsleid zusammenzutragen, gegenseitig auszutauschen und einander mitzutheilen; um schwierige Fälle gemeinsam zu berathen, damit so das Gewissen desto sicherer und fröhlicher werde; zumal auch um das in treuem Fortstudiren Gesammelte einander zum Gemeingut zu machen, sich gegenseitig in aller heilsamen Erkenntniß zu fördern und zu gründen, kurz in Liebe und Treue einander zu dienen, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Aber so herrlich, so heilsam und förderlich dies auch bei rechter Anwendung ohne allen Zweifel ist, ja gerade weil es dies ist, so sind gewiß auch Fleisch und Teufel sehr geschäftig, hier Hindernisse und Störungen in den Weg zu bringen. Da treten aus Schuld des bösen Fleisches Zeiten der Ermüdung, des Erschlaffens, der Unlust ein; da erscheinen oder sind auch manche Conferenzen nicht ergiebig genug; da kommen andere Hindernisse hinzu; da fehlt bald dieser und jener, ja der eine oder andere zieht sich fast ganz zurück und der Eifer erlahmt immer mehr. Der Teufel tritt auch in den Weg und schießt mit der Frage: was machst du mit deiner Zeit? kannst und sollst du die nicht besser anwenden, und in deinem Amt dich finden lassen? einen Pfeil durchs Herz, der um so sicherer verwundet, da ja immer noch die meisten neben ihrem schweren, hochverantwortlichen Predigtamt den mühsamen, zeit⸗ und kraftraubenden Schuldienst zu versehen haben. Da wird denn gar leicht das arme, angefochtene Gewissen blöde; die Freudigkeit, der Muth zur Conferenz zu gehen, sinkt dahin; da bleibt erst einer, dann der andere weg und so geräth die Sache immer mehr ins Stocken und droht am Ende ganz einzuschlafen. Nun ist ja freilich leicht einzusehen, daß dergleichen aufsteigende Bedenken über solche rechtgeführte und treubenützte Conferenzen nur Anfechtungen von dem leidigen Teufel sind, dem der Segen dieser Zusammenkünfte gar verdrießlich ist