# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 17 35. Der Bischof als Fürst kann der Kirche nichts auflegen; denn das hieße die zwei Obrigkeiten in einander mengen und da wäre er recht ein Allotrioepiscopus oder ein Bischof, der in fremde Dinge greift; und wenn wir ihm darinnen den Willen ließen, so wären wir gleiches Kirchenraubes schuldig. Hier muß man eher das Leben lassen, als solche Gottlosigkeit und Unrecht gestatten. (Luther.) 36. Der Bischof als Fürst kann seinen (christlichen) Unterthanen als Unterthanen auflegen und gebieten, was er will, wenn es nur fromm und recht ist, und die Unterthanen müssen gehorchen; denn da gehorchen sie nicht als Kirche, sondern als Bürger. (Luther.) 37. Οὐ βασιλέων ἐστὶ νομοθετῆσαι τῇ ἐκκλησίᾳ. (Ioh. Damascen.) Es ist nicht Sache der Könige, der Kirche Gesetze zu geben. 38. Weltliche Obrigkeit soll zufrieden sein und ihres Dinges warten und lassen glauben sonst oder so, wie man kann und will, und niemand mit Gewalt dringen, denn es ist ein frei Werk um den Glauben, dazu man niemand soll zwingen, ja es ist ein göttlich Werk im Geist, geschweige denn, daß es äußerliche Gewalt sollte erzwingen. (Luther.) 39. Veritas imperari nequit et de veritate transigi non potest. (Balser.) Die Wahrheit kann nicht befohlen und in Betreff der Wahrheit kann kein Vergleich getroffen werden. 40. Tenetur subditus ex praecepto magistratus ad fidei suae redditionem, non item ad fidem ipsam. (Dannhauer.) Der Unterthan ist auf Gebot seiner Obrigkeit zur Verantwortung seines Glaubens verpflichtet, nicht so zum Glauben selbst. 41. Haeresis, quatenus talis, est delictum spirituale, ideoque etiam spirituali gladio est serienda. (Gerhard.) Ketzerei ist als solche ein geistliches Verbrechen und daher auch mit dem geistlichen Schwert zu überwinden. 42. Quis imponat mihi necessitatem vel credendi, quod nolim, vel, quod velim, non credendi? Nihil tam voluntarium, quam religio, in qua si animus aversus, jam sublata, jam nulla est. (Lactantius.) Wer mag mich zwingen, entweder zu glauben, was ich nicht will, oder, was ich will, nicht zu glauben? Nichts ist etwas so Freiwilliges, als die Religion, die, wenn in ihr das Gemüth abgewandt ist, schon aufgehoben, schon keine mehr ist. 43. Ecclesia Christi non sitit sanguinem, quia sponsus ejus est agnus. (Christoph. Agricola.) Die Kirche Christi dürstet nicht nach Blut, weil ihr Bräutigam das Lamm ist. 44. Nullis bonis in ecclesia catholica hoc placet, si usque ad mortem in quenquam, licet haereticum, saeviatur. (Augustin.) Den Guten in der katholischen Kirche gefällt es durchaus nicht, wenn wider jemanden, selbst einen Ketzer, bis zur Todesstrafe gewüthet wird.