# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 15 bigen angeht, wiewohl sie nicht vor Augen gezeigt werden kann durch Auslesen dieses oder jenes Individuums. Von wegen der untrüglichen Verheißung Gottes Jes. 55, 11. muß es geschehn, daß in einer Versammlung von Hörern des göttlichen Worts Etliche gläubig, und zwar als Theile der Versammlung sichtbar sind, obgleich Niemand mit Absonderung eines von dem andern sagen kann, dieser, jener ist gewiß und unzweifelhaft gläubig, und doch kein Zweifel ist, daß von denen, welche gesehn werden, Etliche es sind.“ Derselbe legt hinwiederum in adnott. ad 2 Tim. 2, 20. das „große Haus“ nach Vorgang Cyprian's, Ambrosius und Augustin's „von der Kirche nach ihrem weitern Begriffe“ aus, „insofern sie Alle umfaßt, welche Christi Namen bekennen, sie seien Katholische oder Häretische oder Schismatiker, gleichwie die Heiden pflegten zu sagen, unter den Christen seien zahlreiche Secten.“ (Vgl. Apol. f. 63. 1 Cor. 1, 2. 11, 19.—) Joh. Wilh. Baier comp. theol. pos. p. 763 sq.: „Die Kirche mit den beigemischten Unheiligen wird Kirche Christi genannt schlechthin, an und für sich, (not. e — aber synekdochisch —,) wenn die Heiligen, sowohl was Lehre als Leben anbelangt, überwiegen; wenn aber die Unheiligen, zumal in Rücksicht der Lehre und des öffentlichen Bekenntnisses, in der Kirche die Oberhand haben, dann wird jener gemischte Haufe, der aus Heiligen und Unheiligen besteht, nicht genannt Kirche schlechthin, sondern in einem eingeschränkten Sinne, (not. f. — weil die, welche das Uebergewicht haben, für sich betrachtet vielmehr eine Schule des Satans, als Christi Kirche sind ꝛc. —) oder mit dem Beinamen: verderbte Kirche.“ Vgl. p. 770. § 29: „Es kann aber sich zutragen und ist von Gott vorausgesagt worden, daß eine Zeitlang die Kirche schlechterdings gar nicht sichtbar sein, d. h. daß die sichtbare Kirche ganz untergehn werde.“ Hingegen p. 765: „Wahre und falsche Kirche kann gesagt werden in doppeltem Sinne; einmal — werden sich wahre und falsche Kirche kontradiktorisch entgegengesetzt“ — (also, daß letztere gar keine Kirche mehr ist, wenn sie nämlich das Wesen der Taufe und ganzen christl. Religion selbst umstößt.) „In der andern Bedeutung — ist wahre Kirche dasselbe, was reine Kirche — falsche wiederum heißt man, welche unrein, gefälscht, verderbt ist.“ Und p. 759. §. 19: „Die Kirche Christi, (not. a. — der ganze Leib Christi —,) umfaßt mehrere Theilkirchen“ ꝛc. Sowie p. 769. §. 28: „Uebrigens ist die eigentlich sogenannte Kirche zwar nicht sichtbar in den bestimmten einzelnen Gliedern, sondern nur mit fließender Gränze“ ꝛc. * ——— Theologische Axiome. XXIII. Von der weltlichen Obrigkeit. (Fortsetzung.) 25. Ita dandum est caesari, quod est caesaris, ut tamen, quod Dei est, Deo relinquatur. (Gerhard.) Dem Kaiser ist so zu geben, was des Kaisers ist, daß Gott, was Gottes ist, gelassen werde.