# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen ꝛc. die unsichtbare Gemeinde der Heiligen, welche ihre Glieder aber auch unter den häretischen Religionsgemeinschaften oder Secten zählt, die Ursache ist, daß ein sichtbarer Haufe, der ein mit Gottes Wort übereinstimmendes Bekenntniß hat, auf Erden sich findet, so daß also hier eine Wirkung metonymisch nach ihrer Ursache bezeichnet wird; nur mag das Beiwort „sichtbar“ nicht fehlen, denn ihr Begriff und der der unsichtbaren Kirche decken niemals und in keinem Fall einander. Allein gleicherweise dürfen wir eben wegen der unter den verschiedenen irrgläubigen Gemeinden verborgnen letzteren diesen den Namen „Kirchen“ niemals verweigern; denn der Begriff, welchen die A. K. aufstellt, umfaßt die Heiligen und Kinder Gottes unter allen Kirchenpartheien, weil bei denselben, ungeachtet sie unter falschen Lehrern in gedrücktem Zustande leben, noch wesentliche Stücke des reinen Evangeliums gefunden werden müssen, ohne welche sie gar nicht vorhanden wären, wiewohl sie diese von den schädlichen Ingredienzen, welche durch verderbte Predigtstühle beigemengt sind, nicht klar genug immer zu unterscheiden vermögen. Die unsichtbare Kirche, wo sie auch sei, behält allemal wenigstens das Fundament und die Substanz des rechten Glaubens und der reinen Lehre, wie unsere Dogmatiker sagen, wenn auch in den heterodoxen Gemeinschaften als solchen nicht, wie in der sichtbaren reinen Kirche als solcher, die Trägerin der Wahrheit, die eigentliche Kirche, sondern eine Synagoge des Irrthums sich verkörpert; denn „wo das rechte, einige, gewisse Gottes Wort fehlt, da ist nicht mehr die Kirche, sondern des Teufels Schule,“ so Viele ihrer dasselbe mit Wissen und Willen verfälschen, und darum unter solchen die höchste Gefahr der Seelenseligkeit, der, wenn erkannt, gesteuert werden soll. Obschon die sichtbare Kirche mit reinem W. und S. eine sich manifestirende Wirkung der unsichtbaren ist, und durch ihr Bekenntniß der Glaube letzterer spricht, so bleibt sie doch nur partikular, und wenn ihr der Ehrenname, „die katholische“ im Sinn der Kirchenväter vor dem Papstthum beigelegt wird, so bezieht sich solcher Ausdruck nur auf die reine katholische Lehre, die allerdings im öffentlichen Bekenntniß von jener geführt wird. Summa, sie ist nicht die Kirche, sondern eine Kirche, nichts Anderes, als eine partikulare unsichtbare Kirche, die aber sichtbar zugleich ist als reine nach der Lehre, nur daß die Bösen, welche in derselben sind, zwar nicht von ihr sein, jedoch Glieder derselben (todte) genannt werden können, insofern sie ein sichtbares Ganzes ausmacht, aber ihre einzelnen lebendigen Glieder, dem geistlichen Leibe Jesu Christi ausschließlich eingefügt, als solche nicht sichtbar sein mögen. Zur Bestätigung und weiteren Erläuterung des hier gesagten so Wichtigen führen wir zwei der namhaftesten luth. Theologen an, welche hierbei zu vergleichen sind. Johann Gerhard conf. Cath. p. 717. §. 10. schreibt: „Die sichtbare Kirche sind nicht alle Menschen, welchen das Wort gepredigt und die Sakramente gereicht werden, sonst wäre nicht die Kirche allein, sondern die einzelnen Glieder der Kirche als Glieder sichtbar; vielmehr wird sichtbare Kirche genannt die, welche in dem Haufen, welchem recht das Wort gepredigt und die Sacramente gereicht werden, sichtbar ist, was die sämmtlichen und einzelnen Gläu⸗