# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen ꝛc. ment als Kirche zugleich in ursprünglichem Sinne, und stellt sich damit ganz unleugbar auf den Standpunkt des Tridentiner Concils. (Das ist nicht die Kirche, eigentlich d. h. nicht figürlich oder synekdochisch geredet, der Haufe, wo Wort und Sakrament verwaltet wird, sondern da ist sie; wenn die Apologie sagt, die christliche Kirche stehe nicht allein in Gesellschaft äußerlicher Zeichen, sondern vornehmlich in Gemeinschaft inwendig der ewigen Güter im Herzen ꝛc., so scheidet sie eben damit 2 völlig zu sondernde Dinge, von welchen das eine als außerhalb des logischen Begriffes von Kirche fallend angesehen werden muß, Verhdl. S. 70, wiewohl ohne des Worts und der Sakramente Handeln ein Zusammensein in Christi Namen, und ohne das Evangelium die Kirche selbst nicht gedacht werden kann.) Hätte er gemeint, Wort und Sakrament, wie sie auf Erden nicht anders sein können, als dem Glauben gegeben, und von ihm zu allererst gehandhabt, machen die unsichtbare und somit auch die sichtbare Kirche: würde er nicht zur Erklärung seiner These S. 125 beifügen können: „daß die Einzelnen durch Wort und Sakrament (auf eine sinnlich wahrnehmbare Weise, Thes. 4.) Kirche werden, sehe ich an als das, was die Einheit unter diesen Einzelnen mit ist und macht.“ Das heißt ja mit andern Worten, die Kirche ist von vornherein als eine durch Wort und Sakrament gewordene äußere Einheit zu setzen. Daher muß er S. 126 folgerichtig zu den Aeußerungen kommen, die Einheit der Kirche, die als solche auch über den Einzelnen stehe, sei nicht bloß in Christo, sondern durch Ihn auch in sich selbst eine Einheit, als Organismus, als Leib, natürlich nach der Seite der Sichtbarkeit und zwar als das, worauf das Gewicht zu legen sei —, während sie doch in Wahrheit nur das Erzeugte und eine Folge ist. Der geistliche Leib des HErrn, die unsichtbare Kirche, ist ein geistlicher Organismus, ausschließlich selbst Gegenstand des Glaubens; die Glieder sind nicht ein Aggregat, äußerlich zusammengehalten, sondern der lebendig machende Geist, der HErr, 2 Kor. 3, 17 flg., von welchem sie durchdrungen sind, setzt sie als Einheit, dazu Er eben sich selbst verwirklicht, der als Haupt ohne Glieder nicht gedacht werden kann. Der äußerliche, sichtbare Organismus (einer Kirche) ist nicht eine von Christo gestiftete Einheit, sondern nur eine Wirkung derselben, welche Christi und der Seinen ist; will er jene sein, eine ursprüngliche Werkstätte und Organ, das der Sohn Gottes für den Zweck Seiner weiteren Wirksamkeit auf Erden sich selbst geschaffen, so ist das Wort des Geistes eine bloß von außen gegebene positive Wahrheit, und bedarf nicht in den Geist und Willen der Hörer aufgenommen zu werden, auf daß allezeit eine heilige christliche Kirche sei und bleibe; die sichtbare Gemeinschaft hat die Lehre Christi zu überliefern, das Verständniß des Worts zu bestimmen, wobei die Gläubigkeit des Handelnden gleichgültig ist; tritt nun Krankheit ein in diesem Prozeß, so ist nothwendig das Dasein einer solchen Kirche als wahrer auf das Aeußerste gefährdet, ja muß endlich erlöschen und in die Verwesung gehn. — Mit der 5. Thesis, bei manchem Richtigen, das sie sonst enthält, wird der Grund gelegt zu einer großen Unwahrheit, welche die Reformation Luthers bereits überwunden und zerstört hat,