# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen ꝛc. 5 und damit die Kirche selbst ist zugleich sichtbar und unsichtbar. Sichtbar, indem Wort und Sakrament, wodurch der heil. Geist die Menschen selig macht, und die Gemeinde derer, welche sie annehmen und üben, etwas sinnlich Wahrnehmbares sind; unsichtbar, indem der Glaube in den Herzen nicht äußerlich wahrgenommen werden kann. Obgleich nun die Kirche bloß in ihren gläubigen Gliedern eigentlich und wahrhaft besteht, so kann sie doch für die Bestimmung und Beurtheilung aller ihrer Verhältnisse auf Erden nur als zugleich unsichtbare und sichtbare in Betracht kommen, und es muß dabei auch von ihrer sichtbaren Seite insofern ausgegangen werden, als Menschen eben nicht sicher unterscheiden können, wer gläubig ist, und der Glaube nur durch die äußerlich wahrnehmbaren Mittel der Predigt und der Sacramente entsteht. Das Vorhandensein Gläubiger in einer Gemeine mit reinem Wort und Sakrament muß also nur angenommen werden auf Grund der Verheißung, daß Gottes Wort nicht leer zurückkommt, sondern ausrichtet — wenn auch nicht an Allen — wozu es gesandt wird.“ Weder das Entstehn noch die Erhaltung der Kirche sind sichtbar, sondern nur unsichtbar als Gnadenwirkungen des heil. Geistes, Joh. 3, 8. Aber gleichwie ich das Sausen des Windes höre und spüre, ohne ihn zu sehen: so höre und spüre ich das Dasein des Geistes und Seiner Kirche auf Erden, die an sich unsichtbar sind, aus dem Schall des Evangeliums und der allerdings äußerlich in die Sinne fallenden Verwaltung der Sakramente, welche als untrügliche Kennzeichen des Vorhandenseins der unsichtbaren Kirche, (wiewohl auch sie wiederum als Mittel der Gnade Jesu Christi und göttlichen Ursprungs nur geglaubt, nicht gesehen werden können), allerdings eine sinnlich wahrnehmbare Kirche als „Gesellschaft äußerlicher Zeichen, (des Namens und der Aemter,)“ bewirken. Der 7. Artikel der A. K. handelt ganz und gar nicht von der sichtbaren Kirche; der Zusatz: „bei welchen das Evangelium — gereicht werden“ will nichts Anderes sagen, als, weil die Kirche Niemand siehet, muß man sie allein bei des Worts Zeichen glauben.“ (Luthers „Offenbarung des Antichrists ꝛc.“) Erst der 8. Art. betrachtet die Kirche nach der äußerlichen Gesellschaft, nämlich der in einem Haufen zusammen sich befindenden Guten und Bösen. Vergleiche Carpzov's Jsag. in II. eccl. Luth. symb. p. 300. Und das geschieht namentlich wenigstens hier, um dem Irrthum aller derjenigen entgegenzutreten, welche die den Gnadenmitteln wesentlich inwohnende Kraft Gottes von der innerlichen Beschaffenheit der sie verwaltenden Menschen abhängig machen. Apologie (nach der Dresdener Ausg. 1580) F. 65. a. Es ist freilich ganz unzweifelhaft eine und dieselbe Kirche, die zugleich unsichtbar und sichtbar ist, weil die Gläubigen, welche allein die Kirche ausmachen, sichtbare Menschen sind; vor Gott dem Herzenskündiger sind auch diese einzelnen Glieder des geistlichen Leibes Jesu Christi gar wohl bekannt, nur vor den Menschen auf Erden nicht; und diese letztern sind darum durch Sein Wort der heil. Schrift angewiesen, dem Ganzen der sichtbaren Haufen und diesen einzeln, welche die Gnadenmittel unter sich haben, den Namen „Kirche“ beizulegen, wiewohl sie