# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S382 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 382 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Ihnen vielleicht noch unbekannt. Es ist, in Groß 8vo., eine Prachtausgabe von 300 Bogen in 30 Lieferungen à 15 Silbergroschen. Das sind für so einen armen lutherischen Pastor schwere Versuchungen. Es ist mir eine Freude und ein Wunder zugleich, daß trotz des Krieges Ihre Synode noch so frisch voran geht. Ich will nur hoffen und wünschen, daß der HErr Ihren Kirchen in diesen schweren Zeiten immerdar ein rechter Schirm und eine feste Burg bleiben wolle. — Am 6. oder 9. Oct. wird die Vorsynode einberufen; in denselben Tagen als Zeichen der Zeit der von Baden aus (durch Schenkel) angeregte Allerweltskirchentag in Frankfurt, der den Grundstein zur deutschen Nationalkirche legen will.“ Pastor Hofmann in Gedern hat auf Veranlassung der dortigen Einwohner ein Institut errichtet, das sich eben etwas zu heben begann, als neue Verfolgungen über ihn hereinbrachen. Er schreibt unter dem 21. Sept. an Ehlers: „Vor einigen Wochen kam eine Verurtheilung zu 100 Gulden Strafe wegen Gottesdienstes in Kleinlinden, vor etwas über 8 Tagen eine weitere zu 100 Gulden wegen einer Taufe in Gedern, und dazu noch die Eröffnung, daß früher erlassene Strafen von 50 und 80 Gulden wieder eingefordert würden, das sind zusammen 330, mit Kosten wohl über 340 Gulden. Woher das bezahlen? Wollte ich es im Gefängnisse abbüßen, so müßte ich etwa 230 Tage darin bleiben, dann fiele aber auch meine Schule zusammen. Da wolle Gott helfen, und derer Herzen, denen er irdisch Gut zu verwalten gegeben hat, erwecken, um Christi willen mir diese Strafen bezahlen zu helfen. Wir hoffen ja, daß es so nicht mehr lange fortgehen könne, und daß man doch zuletzt in unserem Lande es lernen müsse, jeden Zwang um Glauben und Gewissen zu verachten.“ Schulinspection. Folgendes entnehmen wir dem „Freimund“ von 24. Sept.: Im „süddeutschen Schulboten“ war unlängst folgende „Correspondenz aus Oldenburg“ zu lesen: „Bei uns ist der Grundsatz der Trennung der Schule von der Kirche, d. h. Auflösung des seitherigen Verhältnisses der Geistlichen als Kirchendiener zu den Schulmeistern vollständig durchgeführt. Allein die Regierung sowohl als die Stände betrauten alsbald die sämmtlichen Geistlichen als Staatsbürger mit der örtlichen Aufsicht über die Schulen, weil sich durchaus andere geeignete Persönlichkeiten nicht auffinden ließen .. Die Bezirks⸗ oder Kreisinspectoren sind der Mehrzahl nach gleichfalls aus der Zahl der Geistlichen gewählt, dem übrigen Theile nach aus dem Schulmeisterstande. Diejenigen Lehrer nun, welche unter den letzteren stehen, wünschen sich allenthalben die ersteren zurück, weil sie sich unter dem gespreizten und einbildischen Wesen der ehemaligen Collegen weit mehr beengt oder gedrückt fühlen, als dies bei den geistlichen Inspectoren der Fall zu sein pflegt .. Wie anderwärts ist auch hier die jetzige Bewegung im Schulstande nicht aus der Mitte der Bevölkerung, nicht aus deren Wünschen und nicht unter deren Zustimmung hervorgetreten.“ — NB.! In Baiern sind schon längst die Geistlichen nicht als Kirchendiener, sondern als Staatsdiener mit der Schulinspection betraut, stehen als Schulinspectoren nicht unter dem Kirchenregiment, sondern unter der Staatsregierung, und bekommen als Träger dieser Würde und Bürde keinen rothen Heller zur Besoldung. M. Baumgarten, weiland Professor zu Rostock, hat ein Buch über David und sein Königthum herausgegeben, darin wird der Prophet Samuel als: „ein alter Republikaner“ bezeichnet! So berichtet der Waldecker Sonntagsbote in Nr. 34 d. J. In Preußen hat Herr v. Bismark den Lutherischen in der Landeskirche gute Zusicherungen oder Hoffnungen für ihr Bekenntniß gemacht. Ob er's aber wird halten können, ist eine andere Frage. So schreibt der Waldecker Sonntagsb. a. a. O. Preußen. Am 7. Sept. hielten die Pastoren Diedrich, Räthjen, Ehlers, Wolf und Crome in Wulkow (nahe bei Neu-Ruppin) eine Conferenz. Davon berichtet Räthjen: „Als ersten Gegenstand unserer Berathung legte Past. Crome 7 Sätze vor, mit dem Wunsche, daß wir uns möglichst einmüthig zu ihrem Inhalt bekennen möchten gegenüber den Irrthümern, welche gegenwärtig innerhalb lutherischer Kirchengemeinschaften aufgetaucht sind. Mit Besprechung der 7 Sätze kamen wir nicht völlig zum Schluß, und da wir außerdem unser wenige zusammen waren und die meisten Pastoren fehlten, so ist die Fassung derselben noch nicht abgeschlossen. Sie werden den abwesenden mitgetheilt und nach deren