# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S381 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 381 Apologeten vom 2. Nov. „oft stürmischer Applaus mischte.“ Unter den Resolutionen der Conferenz, die den Zustand des Landes betreffen, ist die achte: „Daß wir mit der Politik der Administration in Bezug auf die Durchführung der Conscriptionsacte und der Suspendirung des Writ of Habeas Corpus und der Bewaffnung der Neger herzlich übereinstimmen.“ Synagogen-Einweihung. Am 7. Oct. wurde eine in eine Judensynagoge umgewandelte Baptistenkirche in Dayton, O., eingeweiht; wie die Einweihungsfeierlichkeit geschlossen wurde, berichtet Dr. A. Wise, Editor des „Jsraeliten“ und der „Deborah,“ der auch die Einweihungspredigt gehalten hatte, in folgenden Worten: „Der Abend brachte einen schönen Ball und frohe Herzen. Das gehört auch zum Ganzen. Es war Alles gut arrangirt und herrlich durchgeführt. Die kleine Gemeinde hat viel geleistet und die Beamten derselben sehen ihre Thätigkeit und ihren Eifer mit dem besten Erfolge gekrönt. Im Gotteshause sowohl als auf dem Balle waren die hervorragendsten Persönlichkeiten der Stadt anwesend und thätig, so daß ich über das gute Einvernehmen zwischen jüdischen und christlichen Bürgern Dayton's mich herzlich freute.“ Die Synode von Pennsylvanien hat eine neue Ausgabe des kleinen Katechismus Luthers veranstaltet. Indem dies der Ref. „Evangelist“ vom 31. Oct. meldet, berichtet er mit sichtlichem, ihm nicht zu verdenkenden Behagen: „Darin sind die Worte des ersten Gebots und des dritten (eigentlich vierten) von der Sonntagsheiligung nicht in der lutherischen Weise gegeben, sondern mit den Worten der Bibel, wie das in der Reformirten Kirche üblich ist.“ Der „Evangelist“ überhebt uns somit einer Kritik des Katechismus. Die Herren Herausgeber werden freilich sagen: Ist es denn ein Verbrechen, die Worte, wie sie in der Bibel lauten, aufzunehmen? Wir antworten: Ist es denn recht, einem im Text veränderten Katechismus Luthers noch den Namen desselben beizulegen? oder: Wollen die Herren etwa so durch eine pia fraus Luthern von dem Vorwurfe der Reformirten retten, daß er in seinem Katechismus Gottes Wort verstümmelt und verfälscht habe? II. Ausland. Der gegenwärtige Pabst hat dem Dr. Tischendorf in Leipzig ein „schmeichelhaftes Handschreiben“ under dem 2. Sept. d. J. zukommen lassen, in welchem er denselben für den Fund der Sinaitischen Handschrift beglückwünscht. Darin wirft aber der Pabst zugleich seine Angel nach dem berühmt werden wollenden Manne aus, der ihm die Handausgabe des Neuen Testamentes, die nach jener Handschrift von ihm besorgt worden ist, zum Geschenk gemacht und dieses Geschenk mit einem Briefe an Seine „Heiligkeit“ begleitet hatte. Der Pabst schreibt schließlich: „O daß doch die Früchte so vieler Reisen, Forschungen, Arbeiten, die Du unverdrossen auf dich genommen und freudig hinausgeführt, vornehmlich, wie Du selbst sagst, zur Förderung christlicher Wissenschaft, nicht nur der ganzen gläubigen Christenheit zu Gute kommen, sondern auch für Dich selber eine so große Gnade Gottes lenken möchten, daß wir Dich durch die Bande vollkommener Liebe mit uns verbunden, als einen theuersten Sohn endlich umarmen könnten! Dies erbitten wir für Dich, Illustris Vir, von Gott.“ Hannover. Aus Deutschland schreibt uns unter dem 19. Sept. ein befreundeter Pfarrer: „Jetzt ist es schon anders. Die Hannoverischen Pastoren sind aus ihrer landeskirchlichen Seligkeit und Sicherheit aufgewacht und haben gemerkt, daß Liebesumarmungen des weltlichen Regiments zu lauter Rippenstößen werden können, wenn die kluge Diplomatie es für gut hält. Ich verwünsche darum diese Wirren gar nicht. Soll der Wein klar werden, so muß der Most gähren; bleibt er auf den Hefen liegen, so wird er sauer. — Wir kommen durch alle solche Stöße wieder zu unsern alten Vätern zurück und merken, daß die mit ihrer festen reinen Lehre doch auch noch die klügsten Kirchenpolitiker und Kirchenbaumeister gewesen sind. Daß man das in weiteren Kreisen bei uns erkennt, lehrt schon ein Blick auf unsere neueste Literatur. Wenn ich auch Schöberlein's und Harnack's Theologie Luther's da nicht oben an stellen will, so meine ich hier besonders die billige schöne Neu⸗Ausgabe von Chemnitz' Examen und jetzt ganz neu Gerhard's Loci bei Schlawitz in Berlin. Letztere ist