# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S377 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Litterarische Intelligenzen. 377 noch ohne großes Ergebniß stritt, und in dem gegenwärtigen Jahr zu Berlin, wo das Ergebniß noch zu erwarten ist, aber nach allen Anzeichen ein erfreulicheres sein dürfte. Nicht zu hoffen scheint zwar nach menschlichem Dafürhalten, daß je wieder eine Vereinigung mit den ausgeschiedenen extremsten Gliedern der Diedrichschen Partei zu erreichen ist. Wie ein Bruch, der einmal so tief ins innerste Herz und Leben eingedrungen ist, wieder geheilt werden könne, das scheint nach menschlichen Gedanken kaum abzusehen. Da werden Wunden bleiben, die nie vernarben. Es scheint darum kaum möglich, daß unsere vom Staate getrennte lutherische Kirche in Deutschland dem traurigen Schicksal einer Zerklüftung in mehrere von einander dissentirende Synoden entgehen könne. In der Breslauer Synode selbst sind im Augenblick noch, nach Ausscheidung des Diedrichschen Extrems, beide Parteien gleich stark vertreten. Wie der fernere Verlauf des Kampfes sich gestalten wird, läßt sich schwer sagen. Die jetzige Gestaltung der Breslauer Kirchenordnung wird sich, schon um ihrer bureaukratisch juristischen und unpraktischen Form willen, keinenfalls in die Länge halten. Darüber dürfte wohl nur einerlei Meinung sein bei Allen. Ebenso wenig scheint zu erwarten, daß die einseitige Ueberspannung der Lehre vom Kirchenregiment, wie sie in Breslau ist geltend gemacht worden, je zur ruhigen und ungestörten Herrschaft in der Synode gelangen werde; es sind zu viele von dem Unlutherischen dieser Lehre überzeugt und man wird deren Stimme nie zum schweigen zu bringen vermögen. In wie weit es aber durch Gottes Gnade gelingen wird, nach Ueberwindung allen Irrthums in dem Bekenntniß der reinen und vollen Wahrheit sich zu einen, das muß dem HErrn befohlen bleiben. Bezeugt es aber doch die Geschichte der Kirche zu allen Zeiten, daß aus allen Kämpfen die Wahrheit siegreich hervorgegangen ist, warum sollten wir nicht auch jetzt getrost und fröhlich es hoffen? „Die Sach' und Ehr', HErr Jesu Christ, Nicht unser, sondern Dein ja ist.“ Litterarische Intelligenzen. Bei Dörffling und Franke in Leipzig ist unter der Presse oder bereits erschienen: Huschke, E., Geh. Just. R., Dr. d. R. wie d. Th., Die streitigen Lehren von der Kirche, dem Kirchenamt, dem Kirchenregiment, und den Kirchenordnungen, nach der h. Schrift, der Kirchenlehre und den Symbolen der luth. Kirche mit besondrer Berücksichtigung der in der ev.-luth. Kirche Preußens darüber ausgebrochenen Lehrstreitigkeiten erörtert (circa 24 Bogen). Bei demselben erschien soeben: Luthardt, Prof. Dr. Chr. Ernst, die Lehre vom freien Willen und seinem Verhältniß zur Gnade in ihrer geschichtl. Entw. dargestellt. gr. 8. (XII und 470 S.) geh. n. 2 Thlr. 12 Ngr.