# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S368 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 368 Die Zerwürfnisse in der lutherischen Kirche Preußens. Synode angenommen; nur P. Clausen und drei andere Glieder wünschten, sich jetzt noch nicht auszusprechen. Damit war man mit der Behandlung der Lehre vom Sonntag zu Ende. — Dem inhalt- und umfangreichen Bericht entnehmen wir nun nur noch Folgendes: Als Beamten der Synode wurden erwählt: H. A. Preus, Präses; N. Brandt, Vicepräses; J. A. Ottesen und H. A. Preus, Redakteure. Auch wurden zwei Delegaten zu unserer allgemeinen Synodalversammlung ernannt und ihnen aufgetragen, einen herzlichen Dank auszusprechen für alle die Liebe und den aufopfernden Beistand, den wir ihnen bewiesen hätten, sowohl durch Wegweisung und Bestärkung in der reinen Lehre, als durch Ausbildung ihrer Zöglinge an unseren Lehranstalten, sammt ihrer Freude über unser lebendiges Interesse an dem Fortgang ihrer kirchlichen Gemeinschaft, und daß, während sie den Fortbestand des gegenwärtigen brüderlichen Verhältnisses zwischen unsern beiderseitigen Synoden und deren einzelnen Gliedern hoffen, ihr herzliches Gebet zu Gott sei: er wolle uns ferner in seiner Wahrheit erhalten und uns zur Fortsetzung unserer Arbeit und unseres Kampfes für die Wahrheit Glück und Segen geben. Als Zeit für die nächstjährige Synodalversammlung wurde der zweite Mittwoch im Juni (der 8. Juni) festgesetzt und zum Ort die Gemeinde des Herrn P. P. M. Brodahl, Perry, Dane Co., Wisc., erwählt. —.— (Eingesandt von Pastor Brunn.) Die Zerwürfnisse in der lutherischen Kirche Preußens.*) Die seit drei Jahren unter den separirten Lutheranern Preußens ausgebrochenen kirchlichen Streitigkeiten, die bereits zu einer Spaltung der Breslauer Synode geführt haben, müssen um so mehr das Interesse und die Theilnahme der gesammten lutherischen Kirche in Anspruch nehmen, als sich in denselben nicht bloß ein Kampf um örtliche Interessen darstellt, sondern ein Kampf um Lehrfragen, die aufs tiefste in Herz und Leben unserer ganzen Kirche in heutiger Zeit eingreifen; Fragen, die aller Orten gegenwärtig der Gegenstand theologischen und kirchlichen Kampfes sind und die in der lutherischen Kirche Preußens ins Gebiet des praktisch kirchlichen Lebens gedrungen sind und ihre Folgen auf demselben gebracht haben. — Es darf uns aber nicht wundern, daß auch unsere Zeit uns das Bild mannigfacher Kämpfe und Verwirrungen auf dem Gebiet der Lehre vor Augen führt. Wir dürfen ja nicht vergessen, daß wir in einer Zeit leben, wo die Kirche und ebenso die *) Jedenfalls ist den Lesern unserer Zeitschrift von hohem Interesse, zu erfahren, wie der mit unserer Synode in der Lehre vollkommen einige und für dieselbe mit rastlosem Eifer und großem Erfolge wirkende theure Pastor Brunn von dem Stand der Sache in der preußisch⸗lutherischen Kirche urtheilt. Diesem Interesse entgegenzukommen, theilen wir denn gegenwärtige Einsendung hierdurch um so lieber mit, je wichtiger es überhaupt für uns in der Ferne ist, mitten in den Wogen des Kampfes Stehende zu hören, die den Maßstab der reinen Lehre in ihren Händen haben. Die Red.