# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S367 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.⸗evang.⸗luth. Kirche. 367 am Sonntag ein scharfes Werkzeug zu gebrauchen und sich schlechts nicht getrauen, an diesem Tage eine Axt in die Hand zu nehmen oder einen Fußboden zu reinigen. Von solchem Aberglauben befreit sie denn die reine Lehre, legt ihnen aber dagegen die Verpflichtung auf, nicht allein den Sonntag um der kirchlichen Ordnung willen vornehmlich zu gebrauchen zur Beförderung ihrer Heiligung, sondern das ganze Leben zu heiligen durch fleißigen, täglichen Gebrauch des Wortes Gottes, und so auch dessen Thäter zu werden, also daß das Wort, womit sie sich beschäftigen, seine Wirkung an ihrem ganzen Leben zeigt, ihr Leben ein Leben in Gott wird, ihre Werke Gottes Werke oder in Gott gethan sind, wie oben erwähnt. Und was nun besonders den Sonntag angeht, so wird er den Christen, die sich im Gewissen von jedem Joch frei wissen, nun erst doppelt theuer, während dagegen derjenige, der wohl den Sonntag heilig hielt, so lange er sich dazu durch ein ausdrückliches Gebot Gottes gezwungen glaubte, dies jetzt aber, nachdem er gehört hat, daß dem nicht also sei, nicht mehr thun will, damit nur beweist, daß er sich aus der Heilighaltung des Sonntags ein verdienstlich Werk machen möchte und somit im Grund sich offenbart als einen Verächter des Wortes Gottes. Deßhalb führt auch die Augsb. Conf. als Hauptgrund der falschen Lehre vom Sonntag an, daß man sich nicht verstehe auf die Gerechtigkeit des Glaubens. Ein Mitglied fürchtete, daß nach dieser Lehre die Prediger, wenn die Obrigkeit das Sonntagsgesetz aufheben sollte, leeren Kirchen würden zu predigen haben. Hierauf wurde geantwortet, daß, wenn nur der Befehl der Obrigkeit die Leute zur Kirche treibe, ihr Kirchengehen wenig werth wäre; nur der, welcher die Kraft göttlichen Wortes nicht kenne, könne äußerlichen Zwang für nöthig halten. Uebrigens haben wir ja manche Feiertage, die die Obrigkeit nicht befohlen hat, und unsere Gemeinden kommen an denselben doch zusammen. Hierauf wurde gefragt, ob man der Obrigkeit, wenn sie am Sonntag zu arbeiten beföhle, gehorchen und somit z. B. den Montag zum Feiertag bestimmen würde. Darauf wurde geantwortet: Ja, man würde dennoch dafür dankbar sein, weil uns die Obrigkeit doch einen Tag zu Ruhe und Gottesdienst ließe. Will mir die Obrigkeit keinen Ruhetag geben, muß ich auch gehorchen; nur wenn sie mir den Gebrauch göttlichen Worts verbietet oder ihr Befehl in einer andern Weise mit Gottes Gebot in Streit kommt, muß ich den Gehorsam verweigern. Bestimmt die Obrigkeit wirklich keinen Ruhetag, so kommen wir doch nur in dieselbe Stellung, wie die christliche Kirche in den drei ersten Jahrhunderten; und doch ist wohl niemals das Licht göttlichen Worts mehr auf dem Leuchter gestanden, als damals. Uebrigens glaube man, wenn jetzt die Obrigkeit eine so alte Ordnung wie den Sonntag abschaffen würde, daß Gott sie genug dafür strafen würde, wie man in der französischen Revolution ein Beispiel davon sehen könne. Aber das beste Mittel, dem zu entgehen, sei, daß wir den Sonntag recht gebrauchen; dann würde Gott gewiß die Obrigkeit verhindern, ihn abzuschaffen. Nach diesen Verhandlungen wurden die obigen Sätze von der ganzen