# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S363 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. 363 setzt hat, daß wir uns von den weltlichen und irdischen Geschäften loswirken und unser Seelenwerk verrichten sollen. Es ist leider ein erschrecklicher Unbestand in der werthen Christenheit und eine große Gottlosigkeit, daß derselbe Tag nunmehr so schändlich entheiliget und an keinem andern fast die Seele mehr gefährdet wird, als eben an dem, der ihr zum Besten verordnet ist.“ Da nun die Frage gestellt wurde, wer mit dem 2. Satz übereinstimme, so erbat sich Past. Clausen die Freiheit, sich sowohl über diesen, als über die folgenden Sätze, da sie alle in so genauer Verbindung stünden mit dem, was bisher verhandelt worden war, zu erklären, daß er, da er in letzterem unklar sei, füglich keinem der Sätze beistimmen könne. Hinsichtlich des 3. Satzes wurde nun ausgesprochen, daß es ja in jedes Menschen Herz geschrieben sei und selbst von Heiden und Türken erkannt werden müsse, daß wir mit Lust und Freuden annehmen und fleißig hören und lernen sollten das Wort, welches unser Gott für gut fand, zu uns zu reden, und dies dann auch in unserem Leben deutlich zum Vorschein kommen lassen sollen, so daß alle unsere Werke in Gott gethan seien, Joh. 8, 21. Daß dieses Moralische im 3. Gebot auch im A. T. galt, sieht man am Besten aus Stellen wie 5 Mos. 6, 6—9. Und so weit entfernt, daß man hierdurch dahinein gerathen sollte, den freiwillig erwählten Feiertag, den Sonntag, geringer zu schätzen, wird im Gegentheil der Christ, der da fühlt, daß er sein ganzes Leben durchaus nicht so heiligen kann, wie er sollte, dahin kommen, sich doppelt über diesen Tag zu freuen, dessen ausschließliche Anwendung zur Beförderung seiner Heiligung ihm so sehr dienlich sein wird, sein ganzes Leben zu heiligen. Auch hier wurden folgende Worte Luthers angeführt: „Darum liegts auch gar und ganz an dem, daß man den Tag heiligen soll, mehr, denn am Feiren. Denn Gott spricht nicht: Du sollst den heiligen Tag feiren, oder Sabbath machen, (das findet sich wohl selber), sondern: Du sollst den Feiertag oder Sabbath heiligen, daß ihm gar viel mehr am Heiligen, denn am Feiren liegt. Und wo eines sollt oder könnt nachbleiben, so wäre besser das Feiren, denn das Heiligen nachblieben; weil das Gebot allermeist aufs Heiligen dringet, und den Sabbath nicht gebeut um eines selber willen, sondern um des Heiligen willen. Die Juden aber achten das Feiren höher (welches Gott und Moses nicht thun) aus ihrem eignen Zusatz, denn das Heiligen. Daß nu Moses den 7. Tag nennet, und wie Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen hat, darum sie nichts arbeiten sollen, das ist der zeitliche Schmuck, damit Moses dies Gebot seinem Volk insonderheit zu der Zeit anzeucht. Denn vorhin findet man solche nicht geschrieben, weder von Abraham, noch der alten Väter Zeiten, sondern ist ein zeitlicher Zusatz und Schmuck allein auf dies Volk, so aus Egypten geführt ist, gestellet, der auch nicht ewig bleiben sollt, so wenig als das ganze Gesetz Mosis. Aber das Heiligen, d. i. Gottes Wort lehren und predigen, welches ist die rechte, lauter und bloße Meinung dieses Gebots, ist