# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S362 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 362 Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. Also soll die geistliche und ewige Ruhe, die für Gottes Volk bestimmt ist, alle Tage währen, und man kann zu ihr eingehen jeden Tag, so lange es Tage gibt; man schließt sich davon aus durch Unglauben, man geht zu ihr ein durch den Glauben und dieser kommt aus dem Worte Gottes, von dem er im 12. Vers redet. Hier wurde folgende Stelle aus Luther verlesen: „Esaias am letzten Kapitel spricht: Wenn der Messias kommen wird, so wird eine solche Zeit sein, daß ein Neuemond am andern, ein Sabbath am andern sein wird; als wollt er sprechen: Es wird alle Tage Sabbath, und alle Tage Neuemond sein. Also im N. T. liegt der Sabbath darnieder, nach der groben äußerlichen Weis. Denn dies Gebot hat auch zween Verstand, wie die andern Gebot, einen äußerlichen und einen innerlichen oder geistlichen. Es ist im N. T. bei den Christen alle Tage Heiligtag, und sind alle Tage frei. Darum spricht Christus: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbath, Matth. 12. . . . . . .. Darum feiern wir aber, denn es ist uns noth, Gottes Wort zu lernen.“ (Erlang. Ausgabe XXXVI, S. 91.) Und: „Der geistliche Feiertag aber ist der rechte Sabbath, welcher gehalten wird, wenn das Herz den rechten Sabbath feiret, welchs ist das höhest und recht geistlich Werk dieses Gebots, welches begreift die ganz Natur des Menschen. Diesen Sabbath hat uns Christus im Grabe fürgebildet; da hielt er den Sabbath recht; da liegt er in der Ruhe und Feier, enthält sich von allen Werken. Er siehet nicht, er höret nicht, er schläft nicht, er wachet nicht, er isset nicht, er trinket nicht, er dauet nicht, reget weder Zunge noch Adern, weder Hand noch Fuß, er stehet nicht, so gehet er nicht. Welcher nu den rechten geistlichen Sabbath will halten, muß mit Christo ganz todt sein. Es wird ihn auch Niemand recht halten, er sei denn recht todt. Wir fahen aber den rechten Sabbath hie an zu halten, wenn unser alter Adam aufhöret von allen seinen Werken, Vernunft, Willen, Begierden, Lust, welches alles todt und auf soll hören im rechten Sabbath. Und alles, das in uns ist, soll göttlich sein, wie Paulus spricht zun Gal. am andern: Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe. Ich bin mit Christo gekreuziget ꝛc. . . . . Dieser Sabbath wird aber endlich erst recht gehalten, wenn wir gestorben sind. . . . . . . Darum sind dies die rechten Werk des rechten Sabbaths, die aus dem Glauben, im Gehorsam und Befehl Gottes hergehen; da wirkt denn Gott den rechten Sabbath. Darum hat auch Gott so streng und hart gehalten über dem Sabbath im A. T., dadurch dieser geistlich Sabbath bedeut ist worden. Denn es ist alles in einer Figur geschehen.“ (Ebendas. S. 94 folgde.) Dagegen wurde auf diesen Satz nichts eingewendet. Nur meinte Past. Clausen, daß die Anschauung, die hier die falsche genannt wurde, den ernstlichen Gebrauch des Worts an den andern Tagen nicht hindern, sondern fördern würde. Er wies auf folgende Stelle in Scrivers Seelenschatz hin (I. Theil, 1. Predigt, § 30.): „Zuförderst muß hiezu der heil. Tag des HErrn genommen werden, welchen der fromme Gott sonderlich dazu einge⸗