# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S361 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. 361 ein, daß die Augsb. Conf. die Heilighaltung des Sonntags gerade damit begründet, daß er nothwendig ist um zu wissen, wann man zusammen kommen soll zum gemeinschaftlichen Gebrauch des Wortes Gottes. Die rechte Auffassung des Ruhetags als des ganzen Lebens wird auch, wie überhaupt die reine Lehre, uns sowohl starke Verpflichtungen auflegen als auch zugleich uns reichlicheren Segen bringen, während man bemerken muß, wie bei der falschen Lehre der Gebrauch des Wortes Gottes fast ganz auf den Sonntag beschränkt und dadurch großer Schaden angerichtet worden ist. Man ist in eine falsche Gesetzesknechtschaft gerathen, und während man es oft so gar genau mit dem Sonntag nimmt, macht man sich kein Gewissen daraus, daß man die ganze Woche nicht ein einiges Wort Gottes betrachtet. Die beste Erklärung des christlichen Ruhetage findet sich jedoch Hebr. 4. Der Verfasser dieses Briefes arbeitet vor allen dem entgegen, daß seine Leser nicht ungläubig würden, und führt zu dem Ende Beispiele aus dem A. T. an, wobei er am Schluß des 3. Kap. darauf zu reden kommt, daß die ungläubigen Juden nicht dazu kamen, zu ihrer Ruhe einzugehen. Unter dieser Ruhe ist zunächst die Ruhe im Lande Canaan verstanden, dann aber gewiß auch das, wovon dieselbe ein Vorbild sein sollte, nämlich die Gnade in Christo. Und nun verheißt er uns im 4. Kap., daß auch wir eine Ruhe haben sollen, und die kann natürlich für uns nichts anders sein als die Gnade in Christo. Zu dieser Ruhe gehen wir ein mittelst des Glaubens, gleichwie die Juden mittelst des Glaubens eingingen zur Ruhe im Lande Canaan, und diese unsere geistliche Ruhe soll in alle Ewigkeit währen in der Seligkeit, und keine andere Ruhe gibt es für uns. Diese Ruhe, welche also Gott beiden geben wollte, den Juden und fernerhin uns allen, jenen in Canaan und uns in Christo, verbindet dann der Verfasser und macht sie gleichsam zu eins mit der Ruhe Gottes nach vollbrachter Schöpfung. Gott bedurfte diese Ruhe nicht, aber er ruhte doch sofern, daß sein Werk jetzt vollbracht war und er also in einer Weise nichts mehr that, und diese Ruhe Gottes sollte im A. T. durch den 7. Tag als Sabbath angezeigt werden. Aber nun ist ein neuer Bund und da ist die Ruhe, 1. daß Christus nach vollbrachtem Werk im Grab ruhte, 2. daß alle, die an ihn glauben, ruhen von allen eignen Werken und den Frieden und Trost haben, daß alles, was zu ihrer Seligkeit vonnöthen, nun vollbracht ist, und zu dieser Ruhe gehen die Christen ein vermittelst des Glaubens. Denn zu beweisen, daß noch eine andere Ruhe ist, als die in Canaan, führt der Verfasser hernach Pf. 95, 7—11. an, wo David, wiewohl die Israeliten ja damals die äußerliche Ruhe des Landes Canaan erzwangen, doch von einer neuen Ruhe redet, und das ist die Ruhe in Christo, zu welcher die, die er im Geiste voraussieht, nicht kommen sollen, denn sie wollen nicht an ihn glauben. Und nachdem die, denen die Verheißung zuerst gegeben war, nicht hineinkommen um ihres Unglaubens willen, so, sagt der Verfasser weiter, bestimmte er abermal einen Tag. Und welcher ist dies wohl? Ist es einer von den sieben Wochentagen? Nein, denn da steht: „heute, so ihr seine Stimme hören werdet,“ und oben Kap. 3, 13. „alle Tage, so lange es heute heißt.“