# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S359 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. 359 Prediger ganz zu schweigen, die in Folge der Machinationen Reformirter politisirender Theologen und theologisirender Politiker und durch die Machtsprüche der von letzteren fanatisirten Reformirten Fürsten von ihren rechtmäßigen Predigtämtern schimpflich entsetzt, in das Gefängniß geworfen oder mit Weib und Kind in das Elend vertrieben worden sind. Doch Gott sei Dank, weder die Sünden noch die Tugenden der Theologen von beiden Seiten sind es, auf die es bei der Frage nach der Wahrheit einer Kirche, deren Diener sie waren, ankommt! Das Kriterium ist ein ganz anderes und wird von dem HErrn Joh. 8, 31. 32. 10, 3—5. 14, 23. ausgesprochen. — Besonders seltsam ist endlich der dritte Grund, warum Hr. K. nicht nur bei der Reformirten Kirche verbleiben, sondern auch nie eine Union mit der lutherischen Kirche eingehen will; er besteht in den Charismen, welche die Reformirte Kirche haben und in der wichtigen Mission, die ihr dadurch geworden sein soll. Dieser Grund ist darum so seltsam, weil Hr. K. auch der lutherischen Kirche dergleichen Charismen zugesteht und also nach seiner Logik auch die Lutheraner lutherisch bleiben und keine Union mit der Reformirten Kirche eingehen dürfen! Die Zugehörigkeit und nöthige Treue gegen die eine oder andere Kirche ist hiernach offenbar dadurch bedingt, daß man in die eine oder andere hineingeboren ist. Diese Beweisführung ist so summarisch, daß sich Hr. K. alle seine anderen Gründe hätte ersparen können. Er ist offenbar — eine ganz neue Erscheinung! — aus Indifferentismus gegen eine indifferentistische Union! Doch wir eilen zu Ende mit unseren Bemerkungen. Hr. K. sagt schließlich: „Endlich möchte ich noch in dem Geburtsjahre des Heidelberger Katechismus, der vor dreihundert Jahren an das Licht trat, den großen Vorzug unserer Reformirten Kirche vor der lutherischen hervorheben, den sie im Besitze dieses unvergleichlichen Lehrbuchs und Symbolums hat.“ „Schließlich sei der betende Wunsch ausgesprochen, daß an unserer theuren Reformirten Kirche die Verheißung Jes. 58, 11. 12. in Erfüllung gehe.“ Randbemerkungen: Hierauf haben wir einfach zu erinnern, daß wir Hrn. K. um diesen angeblichen Vorzug durchaus nicht beneiden. Der Heidelberger Katechismus, das Machwerk eines abgefallenen Lutheraners, ist, wie wir schon im Aprilheft S. 127 bemerkt haben, kein frisches Bekenntniß. Er sollte den Katechismus Luther's und mit demselben überhaupt Luther's Lehre aus der Pfalz so unbemerkt verdrängen, daß, wo möglich, auch die Lutheraner es nicht merken sollten. So ist er denn darum gerade in den Hauptdifferenzlehren, von Christi Person, von der Taufe, vom h. Abendmahl, von der Prädestination, auf Schrauben gestellt und, wenigstens für ganz Einfältige, in ein mysteriöses Dunkel eingehüllt. Für solche, die in der Lehre gegründet sind, liegt freilich der ganze Reformirte Rationalismus darin deutlich genug zu Tage; daher Männer wie Johannes Brenz, Jakob Andreä, Til. Heshusius, Luk. Osiander u. A. dem Katechismus alsbald nach