# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S357 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. 357 Randbemerkungen: Was würde wohl Hr. K. sagen, wenn er ein Familienhaupt sein sollte, und es daher litte, daß seine Kinder ihn Vater nennten, oder wenn ein Schuhmacher in seiner Gemeinde sich Meister nennen ließe, — was würde wohl Hr. K. sagen, wenn wir ihm erklärten, daß dies beides von ihm und einem seiner Gemeindeglieder „leider bis zum Ueberdruß ganz gegen Gottes Wort" Matth. 23, 9. 10. geschehe? Wir meinen, Hr. K. würde unseren Unverstand schelten und sagen: Freilich hat Christus verboten, irgend jemanden Vater oder Meister zu heißen, aber damit ist nicht ein solches Vater- und Meisterheißen gemeint, wobei man Gott Vater und Christum und sein Wort Meister sein und bleiben läßt, sondern ein solches, wobei man sich an Gottes und Christi Stelle setzt und sein Menschenwort wie Gottes Wort angesehen wissen will. Auf den Namen und Laut „Vater," „Meister" kommt es nicht an, sondern auf den Sinn, in welchem man diesen Namen trägt; ja, wenn sich auch ein Prediger nie Vater oder Meister nennen ließe, verlangte er aber Gehorsam gegen seine Befehle wie gegen Gottes Gebote, dann träfe ihn nichts desto weniger Christi Wort: „Ihr sollt niemand Vater heißen auf Erden! Ihr sollt euch nicht Meister nennen lassen!" — Gerade so ist es aber auch mit der Benennung einer kirchlichen Gemeinschaft nach einem Menschennamen. Freilich hat der Apostel Paulus gewisse Korinther gestraft, als sie sich nach Paulus, Kephas, Apollo nannten; aber darum, weil sich diese Korinther damit von den Rechtgläubigen absondern wollten. Eine ganz andere Bewandtniß aber hat es damit, wenn wir uns Lutheraner nennen. Damit wollen wir uns nur von den Falschgläubigen absondern, hingegen zu allen denen bekennen, welche mit Luther das reine Evangelium bekennen. Hierzu kommt noch dieses, daß wir uns den Namen Lutheraner nicht selbst gegeben, sondern diesen Namen ursprünglich als einen Schimpfnamen von unseren Feinden erhalten haben. Nachdem uns aber der Name „Christ" von allen Secten ohne Ausnahme, der Name „Katholisch" von den Papisten, der Name „Orthodox" von den Griechen, der Name „Reformirt" von den Zwinglianern und Calvinisten, der Name „Evangelisch" von den Unirten geraubt worden ist, so ist uns nun nichts anderes übrig geblieben, als uns den Namen „Lutheraner" gefallen zu lassen; ja, da dieser Name nichts anders bedeuten kann, als einen Christen, der da glaubt und bekennt, wie Luther, so tragen wir nun diesen Namen mit Freuden, wie die ersten Christen den Namen Galiläer und Nazarener, nicht als eine Schmach, sondern als eine Ehre. Hr. K. schreibt weiter: „Reformirt sind und bleiben wir auch wegen der Schmach, mit welcher unsere Kirche bis in die neuesten Zeiten hinein von Seiten gar mancher Stimmführer der lutherischen Kirche überhäuft worden ist. Wir wollen diese bittern Schmähungen hier nicht wiederholen und aufzählen (es gäbe ein langes Register!), sondern nur darauf hinweisen, daß unsere Kirche dieselben stille getragen und statt wieder zu schmähen, stets anerkannt hat, daß die lutherische Kirche in den wesentlichen Glaubensartikeln mit der unsrigen übereinstimmt, indem ja auch sie stark betont, daß der sündige