# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S356 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 356 Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. det.“*) Wer hingegen die Wolke von Blutzeugen kennen lernen will, welche ausdrücklich als Lutheraner gestorben sind, dem empfehlen wir folgendes ganz vortreffliches Werk: „Die Märtyrer der Evangelisch⸗Lutherischen Kirche von C. J. Hermann Fick. St. Louis, Mo., bei M. Niedner, 1854.“ 2 Bd. in 8. Was nun zum andern das Prädicat „Missionskirche,“ welches Hr. K. seiner Reformirten Kirche gibt, betrifft, so gestehen wir willig zu, daß die Reformirte Kirche in Absicht auf die Betreibung der Mission der lutherischen Kirche voraus ist. Eine andere Frage ist jedoch, ob dies ein Beweis ist, daß erstere die letztere an Eifer für die Rettung der Seelen, die noch in Finsterniß und Schatten des Todes sitzen, übertreffe. Diese Frage müssen wir durchaus verneinen. Das Räthsel löst sich einfach dadurch, daß die Reformirten Staaten und Mächte theils einen größeren Seehandel, theils mehr überseeische heidnische Provinzen hatten; abgesehen davon, daß nicht das Missioniren unter den Heiden an sich, sondern die Verbreitung der lauteren evangelischen Wahrheit als ein Zeichen einer wahrhaft lebendigen Kirchengemeinschaft angesehen werden kann. Dieses Zeichen ist es aber gerade, welches der Reformirten Kirche fehlt. Wäre Eifer in der Mission an sich ein Zeichen der wahren Kirche, so müßten die christusfeindlichen Juden einst die wahre Kirche gewesen (Matth. 23, 15.) und die Papisten und unter denselben namentlich die Jesuiten es noch sein. Hr. K. schreibt weiter: „Reformirt sind wir, weil wir auch darin einen Vorzug erkennen, daß unsere Kirche es durchweg verschmäht hat, sich nach einem Menschennamen zu nennen, wie es leider von der lutherischen Kirche bis zum Ueberdruß ganz gegen Gottes Wort, 1 Kor. 1, 12. 13., geschieht.“ *) Ein Beweis, daß die wahren Lutheraner bei ihrem Kampfe gegen die Reformirten immer einen wesentlichen Unterschied unter den Verführern und den Verführten, unter den muthwillig und den aus Schwachheit Irrenden, unter den Lästerern der Wahrheit und den der Belehrung Offenen machen. Bekannt ist, was davon in der Vorrede zu unserem Concordienbuch zum rechten Verständniß der darin vorkommenden Condeninationen gesagt wird. So schreibt auch Luther: „Müssen wir doch bekennen, daß die Schwärmer die Schrift und Gottes Wort haben in andern Artikeln; und wer es von ihnen hört und glaubt, der wird selig, wiewohl sie unheilige Ketzer und Lästerer Christi sind.“ (Brief von der Wiedertaufe. Walchs A. XVII, 2675.) So schreibt auch Jacob Heilbrunner, der bekannte lutherische Collocutar auf dem mit den Jesuiten in Regensburg und Neuburg gehaltenen Colloquium; nachdem er gezeigt hat, daß die Reformirten nicht unsere Glaubensbrüderschaft ansprechen können: „Es wird auch nicht geredt von den Zuhörern, welche aus Einfalt oder Mangel besseren Berichts irren, vielleicht auch besser und einfältiger glauben, als es ihre Lehrer im Herzen haben, und um deßwillen, daß sie vom Pabstthum abgetreten, Verfolgung leiden; mit denen wir ein christlich Mitleiden tragen. Gott für sie bitten; die wir auch für unsere lieben Brüder, da sie nicht halsstarrig, gern erkennen, der tröstlichen Hoffnung, Gott werde ihnen ihre Irrthümer nicht zumessen. Denn irren macht keinen zum Ketzer, sondern wann er im Irrthum wider einen oder mehr Artikel christlichen Glaubens halsstarrig, wider beschehenen Unterricht, Warnung und Vermahnung verharret. Sondern man redet allhier von den Lehrern oder Verfechtern der falschen Lehre, welche die armen Seelen verführen und die Wahrheit Gottes Worts verlästern.“ (S. Synopsis doctrinae Calvinianae. 1597. 4. S. 140.)