# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S354 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 354 Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. uns von ihr ab. Sie legt damit nicht eine besondere „Ehrfurcht vor Gottes Wort,“ sondern daß ihr dasselbe, was die darin gelehrte evangelische Freiheit betrifft, noch ein völlig verschlossenes Buch sei, an den Tag. Dahin gehört auch ihre stete Berufung auf die äußere Gestalt der apostolischen Kirche. Zwar weist Hr. K. auf die lauten Warnungen hin, die die Geschichte der christlichen Kirche in Absicht auf Kirchenschmuck geben soll. Der liebe Mann bedenkt aber nicht, daß nicht der Kirchenschmuck die Lehre der Kirche, sondern daß die in die Kirche eingedrungene falsche Lehre den Kirchenschmuck verderbt und den Mißbrauch desselben erzeugt hat. Carlstadt und Zwingli ließen die zur Abgötterei gemißbrauchten Bilder, Bildsäulen u. dgl. von rohen Händen zerstören und sie freuten sich darob als über eine radicale Stürzung des bisherigen Götzendienstes; sie bedachten aber nicht, daß ein hölzerner oder steinerner Götze nichts sei, und ließen daher die wahren Götzen, die im Herzen thronen, ruhig stehen. Luther hingegen ließ die Bilder an ihrem Ort, machte aber die Herzen davon los, und so hörte denn der abgöttische Mißbrauch von selbst auf; die wirklich nur dem Zweck der Abgötterei dienenden Bilder ꝛc. verschwanden und diejenigen, welche zur Zierde, zur Wohlanständigkeit und zu gottseligen Erinnerungen dienen konnten, verblieben.*) Zieht es nun Hr. K. vor, einer Kirche anzugehören, welche indifferente Dinge, weil sie dem Mißbrauch unterworfen sind, nicht nur abgethan hat, sondern auch zur Sünde macht, so können wir ihn nur als einen Mann, der die Freiheit der Gläubigen in Christo noch nicht erkannt hat, beklagen; uns selbst aber kann dies unsere Freude an unserer theuren wahrhaft evangelisch lutherischen Kirche und an ihrem lieblichen Kirchenschmuck nicht verderben, sondern fordert uns vielmehr zu innigem Danke gegen Gottes Barmherzigkeit auf, die uns das Auge für Beides geöffnet hat. — Hr. K. fährt in seinem Panegyrikus folgendermaßen fort: „Reformirt sind wir, weil unsere Kirche ganz vorzugsweise von Gott dem Herrn gewürdigt worden ist, die Bekenntniß- und Märtyrerkirche zu werden, ja auch, wenn wir auf Großbritanien, Nordamerika und die Schweiz blicken, die Missionskirche.“ *) Wenn der Heidelberger Katechismus auf die Frage: „Mögen aber nicht die Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen geduldet werden?“ antwortet: „Nein; denn wir nicht sollen weiser sein, denn Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Worts will unterwiesen haben“ — so ist diese Antwort ebenso listig in ihrer Form, als albern in ihrem Inhalt. Listig ist es, daß sie den Schein hervorzubringen sucht, als ob diejenigen, welche Bilder dulden, dieselben für die Laien die Stelle der Bibel vertreten lassen wollten und als ob alle Bilder nothwendig Götzenbilder sein müßten. Albern aber ist die Behauptung, daß derjenige weiser sein wolle, als Gott, welcher glaubt, daß auch Bilder zu Lehre und Erinnerung dienen können. Oder lehrt etwa Gott die Christen nicht durch die ganze Schöpfung mit ihren vor unsere Augen gestellten zahllosen entzückenden Bildern; namentlich nachdem uns durch das Wort Gottes das Buch der Natur aufgeschlossen worden ist? — Gott sei Dank, daß die Herrn Reformirten Sonne, Mond und Sterne am Firmamente lassen müssen; was würde sonst ihr Eifer gegen Götzenbilder anrichten, da ganze Völker jene Himmelslichter angebetet haben!