# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1863_S353 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang IX. December 1863. No. 12. Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. (Ende des Schlusses.) Hr. Lic. K. fährt fort: „Reformirt sind wir auch darum, weil wir allen unnöthigen Kirchenschmuck verbannen. Die lutherische Kirche hat auch in dieser Beziehung den römischen Sauerteig beibehalten, indem sie in ihren Kirchen Bilder, Bildsäulen, Krucifixe, Leuchter u. dgl. duldet, obwohl die Geschichte der christlichen Kirche mit lauter Stimme vor solchen Dingen warnt und die apostolischen Gemeinden ihren Gottesdienst in einfachster Weise hielten. Dieses Vorbild hat unsere Reformirte Kirche im Auge behalten und auch darin erkennen wir ihren apostolischen Charakter. In der Einfachheit ihrer kirchlichen Einrichtungen spiegelt sich die unbegrenzte Ehrfurcht, welche unsere Reformirten Väter vor dem Worte des lebendigen Gottes beseelte.“ Randbemerkungen: Daß Hr. K. hier so moderat nur von unnöthigem „Kirchenschmuck“ redet, den die lutherische Kirche „dulde,“ ist bei ihm, als einem Reformirten, alles Dankes werth. Wie er aber dies dennoch zum römischen Sauerteig rechnen und unter den Gründen mit aufführen könne, warum er nicht lutherisch, sondern Reformirt sein wolle, ist daher um so wunderlicher. Am allerwunderlichsten aber ist, daß sich in der schmucklosen kirchlichen Einrichtung der Reformirten deren „unbegrenzte Ehrfurcht vor Gottes Wort“ spiegeln solle. Fast scheint, hiernach zu urtheilen, auch Hr. K. von jenem Carlstadt'schen „Sauerteig“ nicht frei zu sein, daß solcher Kirchenschmuck Sünde sei. Wer aber das glaubt, der weiß weder, was Gesetz, noch was Evangelium, weder was Altes, noch was Neues Testament, weder was Sünde, noch was ein freies Mittelding ist. Gerade das, daß die lutherische Kirche klar erkennt, daß nichts wider das ewige Gesetz Gottes ist, als was wider die Liebe ist, die des Gesetzes Erfüllung ist, und daß sie sich daher nichts zur Sünde machen läßt, was nach diesem von Gottes Wort selbst gegebenen Princip ein freies Mittelding ist, gerade das macht uns die lutherische Kirche so theuer. Hingegen schon das, daß die Reformirte Kirche gegen Adiaphora kämpft und dieselben zur Sünde machen will, schreckt