# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1863_S351 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 351 beziehen, wo es heißt: „„Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes!"""" — Hannover. Nach einem Berichte der Zeitg. f. Norddeutschland haben die Orthodoxen bei den Wahlen zur Vorsynode in Hannover von einigen hundert Wahlmännern, die zu wählen waren, nur 10—12 durchgebracht; alle übrigen gehören der Celler Fortschrittspartei an. — Der Jubel dieser Partei über den großen Sieg, der errungen worden, ist natürlich groß. (Freimund.) Sclaverei. Indem Hr. Pfr. Löhe in seinen „Mittheilungen aus und über Nordamerika" vom Juli d. J. die Hauptsätze aus dem Aufsatze Dr. Sihler's: „Die Sclaverei im Lichte der heil. Schrift" mittheilt, erklärt er in genannter Nummer: „Ohne uns über die americanischen Verhältnisse selbst ein Urtheil anzumaßen, wird man doch der diesen Sätzen zu Grund liegenden Anschauung vom Standpunct der Schrift aus beistimmen müssen." Apokryphensturm in Schottland. Die Königin Victoria hat ihrem verstorbenen Gemahl, dem Prinzen Albert, ein Denkmal in Balmoral setzen lassen und darauf den Spruch aus Weish. 4. „Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt, ist er doch in der Ruhe. Er ist bald vollkommen worden, und hat viel Jahre erfüllt; denn seine Seele gefällt Gott wohl, darum eilet er mit ihm aus dem bösen Leben." Der Spruch mag vielmals bei uns als Text zu Leichenpredigten gebraucht sein, denn er findet sich für den Fall in unsrer Kirchenordnung. Nur möchte man vielleicht fragen, ob es gut sei, einen solchen apokryphischen Text in den Gottesdienst zu bringen; aber was mag man dagegen haben, daß er auf ein Denkmal gesetzt wird? In Schottland ist ein wahrer Lärm darüber geschlagen. In der Generalversammlung der Freikirche erhub Dr. Candlisch einen lauten Schrei. Er sah darin einen Angriff auf die heil. Schrift, welche auf gleiche Linie mit den Apokryphen gestellt sei, und vermuthete, daß die Rathgeber der Königin einen verrätherischen Versuch gemacht hätten, entweder dem Katholicismus, welcher die Apokryphen für Gottes Wort erklärt, oder den freien Geistern, welche die heil. Schrift selbst für apokryphisch halten, Vorschub zu leisten. Er berief sich darauf, daß eine solche apokryphische Inschrift ohne Vorgang und Beispiel sei, und daß hier also eine offenbare Neuerung vorliege. Die Generalversammlung hörte den Ausfall mit schweigender Billigung an und war gewiß mit Candlisch Forderung einverstanden, daß die Inschrift wieder weggeschafft werden sollte. Denn die Presbyterianer sind in diesem Punkte sehr empfindlich. Die Folge davon war aber zunächst, daß ein angesehenes Mitglied der Freikirche, Dr. Hanna, seinen Austritt erklärte. Ihn hatte es unsanft berührt, daß man seine allergnädigste Königin so hart angetastet hatte, und Candlisch selbst war gezwungen sich öffentlich davon zu reinigen, als hätte sein Angriff der Königin gegolten. Die Apokryphen sind nicht Gottes Wort, aber schließt das aus, daß Gottes Wort in den Apokryphen ist? Ist das nicht Gottes Wort: Dein Lebenlang habe Gott vor Augen u. s. w.? (N. Ztbl.) Die Wahlen zur Hannoverschen Vorsynode. Ueber deren Ausfall berichtet Dr. Münkel u. A. Folgendes: „Da die Wahlberichte doch nur sehr unvollständig vorliegen, ist es schwer, ein abschließendes Urtheil zu fällen. Dennoch wird man nach den vorliegenden Nachrichten einerseits behaupten dürfen, daß die stark überwiegende Mehrheit auf Seiten der Celler ist, andererseits aber, daß die ‚zerschmetternde' Mehrheit in das Land der augenblicklichen Siegesträume verwiesen werden muß. In einigen, wahrscheinlich nicht wenigen Gemeinden, hat den Cellern nur ein Zehntel und darunter widerstanden; in andern gleichfalls nicht wenigen Gemeinden erhub sich dieser Widerstand bis zu einem Drittel, in etlichen Fällen bis nahe zur Hälfte. Wir warten noch auf nähere Angaben, in wie vielen Gemeinden der Widerstand die Hälfte überschritten und die Mehrheit erlangt hat. Im Wahlkreise Achim werden allein sieben solcher Gemeinden gezählt, und wahrscheinlich bilden sie in Ostfriesland eine viel ansehnlichere Zahl. Die Fälle scheinen nicht häufig zu sein, wo die ganze Gemeinde für die Celler aufgetreten ist, und möglicherweise stehen gerade hier Pastoren, wie wir ihrer nicht wenige zum Schaden unserer Kirche haben. — Die Kehrseite zu diesen Vorgängen bilden die Wahlen der Geistlichen, welche nach dem Gesetze ihre 24