# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1863_S348 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 348 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. Grund jener gemeinsamen Grundthat sich erhebende Sündenthat auch nur diesem einzelnen Individuum als seine besondere, nur von ihm mit Bewußtsein und Freiheit vollzogene Sündenthat zugerechnet wird."" Dagegen erscheint der, zu größerer Rechtfertigung der göttlichen Strafgerechtigkeit gethane Vorgriff „in die Lehre von der Erlösung hinein" trotz aller Verwahrungen in mehr als einer Hinsicht bedenklich: er führt, meiner Ueberzeugung nach, unrettbar zu jener pelagianischen Consequenz Mosheim's und Seilers und zu verwickelten Fragen in Betreff der Seligkeit der Heiden und der ungetauften Kinder. Ich kann den Rathschluß der Erlösung nur als aus der absolut freien göttlichen Liebe hervorgegangen betrachten." Kirchlich-Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Die skandinavische Conferenz in Chicago. Unter dieser Aufschrift lesen wir im Oktoberheft der „Maanetstidende": „Einer Uebereinkunft zu Folge fand am 17. u. 18. Juni eine Conferenz zwischen den Pastoren der Augustana Synode u. denen der unsrigen (der norwegischen) im Schullokal der Kirche des Past. Pedersen in Chicago statt. Von der Augustana-Synode waren 13 schwedische und 9 norwegische, von der unsrigen 19 Pastoren zugegen. Zum Vorsitzer wurde Past. V. Koren gewählt und zu seinem Stellvertreter Past. T. M. Hasselqvist. Zu Sekretären wurden die Pastoren C. Muus und A. Jackson gewählt. Man vereinigte sich, zum Gegenstand der Verhandlungen die Lehre von der Wiedergeburt zu nehmen und legte den Verhandlungen die Erklärung Pontoppidans zu Grund. Im Betreff des Wesens und Begriffs der Wiedergeburt sprachen sich alle Conferenzglieder einig und mit dem Ausdruck Pontoppidans übereinstimmend aus. Betreffs der Mittel, wodurch die Wiedergeburt geschieht, konnte man dagegen nicht zu einer Einigkeit kommen. Alle Glieder unserer Synode wie auch der größere Theil der Augustanasynode hielten fest, daß sowohl Wort als Taufe, jedes für sich, Mittel der Wiedergeburt seien, während der andere Theil dem nicht beistimmen konnte, doch erklärten sich alle darin einig, daß die Taufe für sich ein Mittel der Wiedergeburt sei. — Fielen auch öfter scharfe Aeußerungen, so gingen doch die Verhandlungen die ganze Zeit über in Freundlichkeit und Liebe von statten und die Versammlung war gewiß nicht ohne Segen. Es fehlte die Zeit, den 6ten Punkt: die Kennzeichen der Wiedergeburt, zu verhandeln, dagegen wurde man einig, sich, will's Gott, nächstes Jahr zu einer gleichen Conferenz zu versammeln. Die Pastoren E. Carlsen, C. J. Pedersen, H. A. Preus und J. A. Ottesen wurden zu einer Committee ernannt, Zeit und Ort der nächsten Conferenz näher zu bestimmen, wonach getroffener Uebereinkunft die Lehre von der Absolution zum Gegenstand der Verhandlung gemacht werden soll." — Demselben Heft der „Maanetstidende" entnehmen wir, daß die Summa des Universitäts-Fonds unsrer l. norwegischen Brüder bereits $27,888 beträgt. C. Kirchliche Spaltungen. Ueber dieselben, wie sie namentlich hier im Westen unter den lutherisch sich Nennenden statt finden, klagt Dr. Harkey im Luth. Observer vom 11. Sept. sehr. Er schreibt unter Anderm: „Wer ist für diesen Stand der Dinge verantwortlich? Sind nicht die Männer, die geholfen haben, diese Spaltungen hervorzurufen, und die sie noch immer fortpflanzen, in Gottes Augen einer großen Sünde schuldig? Es scheint uns, daß dieser wichtige Punkt ganz übersehen worden ist. Was meint Paulus, wenn er Röm. 16, 17. und 18. spricht: „„Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, daß ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Aergernis anrichten, neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denselben. Denn solche dienen nicht dem