# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1863_S347 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischtes. 347 Synode, bei jeder Lehre erst das Zeugniß der Alten zu vernehmen und jede Abweichung oder Entwickelung derselben über die Väter hinaus, mit großer Vorsicht, und, wir können es nicht leugnen, einem guten Theil Mißtrauen anzusehen, denn es hat sich nun einmal die Ueberzeugung bei uns Bahn gebrochen, daß die modernen Theologen in der Erkenntniß der göttlichen Wahrheit zurückgeschritten sind, daß sich der Fortschritt auf Seiten der Alten befindet. Denn Fortschritt ist, was die Gemeinden, die Kirche auferbaut, Rückschritt, was sie zerstört; und daß die Zerrissenheit der deutschen Kirchen ihren Ursprung und ihre Nahrung in der modernen Theologie hat, ist unbestreitbar. Die moderne Theologie zerstreut, die alte sammelt und einigt. Die moderne Theologie steht nicht unter dem Gehorsam des Wortes Gottes, darum kann sie auch die Gewissen nicht binden, mithin auch keine geistige, keine Gewissens-Einigkeit schaffen. Die alte Theologie bindet die Gewissen durch Gottes Wort und bindet sie so in der Wahrheit zusammen, da entsteht Einigkeit, eine feste, geistige Einigkeit, gegen die die bloße Einigkeit unter starkem Kirchen- oder gar landeskirchlichem Regiment, nur ein ganz äußerliches, elendes Gebilde ist, welches beim ersten Anlauf über den Haufen fällt. Was der deutschen Kirche fehlt, ihre große Krankheit, ist Lehr-Zuchtlosigkeit, daher die Zerrissenheit in der Lehre, und Lebens-Zuchtlosigkeit, daher z. B. die schmähliche Vertretung auf Synoden ꝛc. Man hat die göttlich-geordnete Kirchenzucht über Lehre und Leben nicht nur nicht geachtet, nicht ernst ausgeführt, sondern verachtet und unter die Füße getreten, der teuflische Liebes-Unions-Geist in Lehre und Leben wurde angebetet, das war Fortschritt, das war Entwickelung, das war Liberalität, das war Wissenschaftlichkeit und der lebendige, allmächtige Gott mit seinem Wort: „thut hinaus von euch, was böse ist!" böse im Leben, oder böse in der Lehre, wurde verachtet und gehaßt, mit wahrhaft fanatischem Hasse gehaßt. Aber Gott läßt sich nicht spotten, was der Mensch säet, das wird er erndten, sie haben Wind gesäet, nun erndten sie das Ungewitter. „Dein Wort ist unsers Herzens Trutz „Und deiner Kirchen wahrer Schutz, „Dabei erhalt uns lieber Herr!" Vermischtes. Zurechnung der Erbsünde. Ströbel schreibt in einer Recension der Dogmatik Dr. Philippi's in der Guericke'schen Zeitschrift v. d. J.: „Ueber die Zurechnung und Schuld der Erb-, wie der Thatsünde heißt es (in Philippi's Dogm.) richtig: „„Die Grundthat des Abfalles von Gott ist Eine von der gesammten Gattung in der Person des Stammvaters mit Bewußtsein und Freiheit vollzogene und darum der ganzen Gattung in allen ihren Individuen zugerechnete That (nach Augustin's Omnes suimus ille unus); dahingegen die einzelne, von dem einzelnen Individuum vollzogene, auf