# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1863_S329 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. 329 auf einen Haufen fassen, daß die ganze Summa alles Gebetes gehet wider unsern Hauptfeind, denn er ist der, so solches alles, was wir bitten, unter uns hindert, Gottes Name oder Ehre, Gottes Reich und Willen, das tägliche Brod, fröhlich gut Gewissen ꝛc. Darum schlagen wir solches endlich zusammen, und sagen: Lieber Vater, hilf doch, daß wir des Unglücks alles los werden. Aber nichts desto weniger ist auch mit eingeschlossen, was uns Böses widerfahren mag unter des Teufels Reich, Armuth, Schande, Tod und kürzlich, aller unseliger Jammer und Herzeleid, so auf Erden unzählig viel ist.“ Jedermann sieht hieraus, Luthers Meinung ist nur, es habe das Ansehen, als ob nach dem Griechischen hier der Teufel sonderlich gemeint sei; jedenfalls aber müsse dann das Wort synekdochisch für alles Böse und Uebel genommen werden; daher denn auch Luther später nicht nur in seinem kleinen Katechismus, sondern auch im Jahre 1532 in seiner Auslegung der Bergpredigt und im Jahre 1535 in seiner Anweisung zu beten für Peter Balbirer nicht nur die Worte „Erlöse uns vom Uebel,“ behält, sondern dieselbe auch als eine Bitte um Erlösung von allem Uebel durch ein gnädiges Stündlein und seliges Ende darstellt. Doch wir gehen weiter. Hr. Lic. K. fährt also fort: „Römischen Sauerteig erkennt unsere Reformirte Kirche in dem s. g. Amtsbegriff der lutherischen Kirche, da man den Diener am Worte mit einem gewissen priesterlichen Nimbus umgeben will. Unsere Reformirte Kirche hält zwar allerdings die göttliche Einsetzung des Predigtamtes fest, erblickt aber in den Predigern nichts als die ordnungsmäßig berufenen Verkündiger des göttlichen Wortes und die Verwalter der heiligen Sacramente, verabscheut aber alles, was irgendwie an eine priesterliche Würde und einen damit zusammenhängenden Nimbus erinnern könnte. Die von dem Geistlichen nach den vom Worte Gottes festgestellten Bedingungen den bußfertigen Sündern zu sprechende Verheißung der Sündenvergebung hat keine außergewöhnliche Bedeutung und Kraft, sondern wirkt nichts mehr, als wenn ein christlicher Bruder einem andern, der wegen seiner Sünden ein zerbrochenes Herz hat, die Verheißungen des Evangeliums zuspricht, und somit ist unsere Reformirte Kirche allen hierarchischen Gelüsten von ganzem Herzen feind. Diener am Worte, Verkündiger desselben, Mitälteste sind ihre Prediger, und alles, was sie zu priesterlichen Vermittlern machen soll, ist unserer Reformirten Kirche ein Greuel, den sie verabscheut.“ Randbemerkungen: Hier können wir uns kurz fassen. Der Hr. Lic. hat wieder einmal „läuten und nicht zusammenschlagen“ hören. Er hat gehört, daß es jetzt Theologen innerhalb der lutherischen Kirche gibt, welche die von ihm gerügten hierarchischen Principien hegen: flugs mißt er sie nun der lutherischen Kirche selbst bei. Hr. K. kennt offenbar die Lehre der lutherischen Kirche nicht. Wir glauben daher, damit er dieselbe u. A. im Punkte vom Predigtamt kennen lerne, nichts besseres thun zu können, als ihm und seinesgleichen das Studium folgender classischen Stellen aus unseren Schmalkaldischen Artikeln zu empfehlen: „Ueber das muß man je bekennen, daß die Schlüssel nicht Einem Menschen allein, sondern der ganzen Kirche