# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1863_S321 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang IX. November 1863. No. 11. Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. (Schluß.) Auf die Frage: „Warum wir nicht lutherisch, sondern Reformirt sind?" antwortet Hr. Licentiat Krummacher ferner Folgendes: „Gebrochen hat die Reformirte Kirche völlig mit Rom, sofern sie nur das Wort Gottes, aber das ganze Wort und nichts als das Wort gelten läßt, während die lutherische Kirche sich der Symbololatrie und einer gewissen Zärtlichkeit gegen die Apokryphen schuldig macht, welche letztern allerlei grobe Irrthümer enthalten, die mit dem Inhalte der kanonischen Bücher im offenbarsten Widerspruche stehen, weshalb unsere Reformirte Kirche sie entschieden als Glaubensquelle verworfen hat." Randbemerkungen: Der erste Vorwurf, welchen Hr. K. hier gegen unsere lutherische Kirche erhebt, ist also Symbololatrie, Symbolvergötterung, Symbol⸗Gößendienst. Fürwahr, eine schwere Beschuldigung! Er will damit, wie aus der Antithese hervorgeht, offenbar sagen, die lutherische Kirche setze ihre Symbole neben Gottes Wort und mache jene diesem gleich. Zum Glück für den Herrn Ankläger selbst hat derselbe es aber nur bei seiner Anklage bewenden lassen und einen Beweis nicht einmal versucht. Er ahnte, scheint's, die unüberwindlichen Schwierigkeiten, die er zu überwinden haben würde, wenn er diesen Versuch machen wollte. Denn hoffentlich hatte er gelesen, was die Symbole unserer Kirche selbst von sich sagen, wenn es z. B. in der Concordienformel (welche ja namentlich der gefürchtete Popanz der Herrn Calvinisten ist) heißt: „Solchergestalt wird der Unterscheid zwischen der heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments und allen andern Schriften erhalten, und bleibt die heilige Schrift der einige Richter, Regel und Richtschnur, nach welcher, als dem einigen Probirstein, sollen und müssen alle Lehren erkannt und geurtheilt werden, ob sie gut oder bös, recht oder unrecht sein. Die andern Symbole aber und angezogene Schriften sind nicht Richter, wie die heilige Schrift, sondern allein Zeugniß und Erklärung des Glaubens, wie jederzeit die heilige Schrift in streitigen Artikeln in der Kirchen Gottes von den damals Lebenden verstanden und ausgelegt und derselbigen widerwärtige Lehre verworfen und verdammet wor⸗