# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S319 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 319 wiederholt unter dem Schutze Luther's, Zwingli's, Calvin's, sammt einer Schaar scham⸗ loser Abtrünniger, und wollten den Platz der katholischen Wahrheiten einnehmen.“ Der Bischof zählt nun die einzelnen Lehren der Gegner auf und endet seine historischen Rückblicke mit der Versicherung, daß jene allesammt „wie Finsterniß dem Lichte“ weichen mußten, wie „die Synagoge des Satans der Kirche, Belial dem Christus!“ Bibeltextrevision. Auch die Eisenacher Conferenz Abgeordneter von gegen⸗ wärtig 20 Behörden der deutschen Landeskirchen, welche im Juni dieses Jahres wieder ihre Sitzungen hielt, zu denen 24 Abgeordnete erschienen waren, hat sich mit dem Project einer Revision des Bibeltextes befaßt und darauf bezüglich folgende Beschlüsse gefaßt: „Die Ev. Conferenz erachtet auf einheitliche Gestaltung des Luthertextes bei sämmt⸗ lichen Bibelanstalten in lediglich fördernder Weise hinzuwirken für zweckdienlich und ihrer Stellung zu dem Unternehmen angemessen. Die Ev. Conferenz spricht es aus, daß eine revidirte Ausgabe der Bibelübersetzung Dr. Martin Luthers durch Einen oder Mehrere, welche den gereiften Ertrag des Schriftverständnisses der Gegenwart zum Gemein⸗ gut zu machen geeignet wäre, ein überaus verdienstliches und aller Förderung werthes Werk wäre. Sie glaubt aber ihrerseits von Erstrebung der Herstellung einer einheitlichen Textgestalt ausgehen zu müssen. Sie hält dabei (womit sie den von der Canstein'schen Bibelanstalt ausgesprochenen Grundsätzen im Wesentlichen zustimmt) für angemessen: 1) daß im Allgemeinen von dem jetzigen textus receptus der Canstein'schen Bibel als Grundlage unter vorzugsweiser Berücksichtigung der Originalausgaben von Dr. Martin Luther, besonders der Ausgabe letzter Hand, ausgegangen werde, jedoch ohne deshalb zu denjenigen sprachlichen Formen der alten Editionen zurückzukehren, die unserer Zeit völlig fremd geworden sind; 2) dabei sind ferner die in Uebung befindlichen Lesarten der einzelnen Bibelgesellschaften in der Art zu be⸗ rücksichtigen, daß die Einheit der Textgestalt durch allgemeine Aneignung des Besseren zu er⸗ zielen ist, so zwar, daß bei Zweifeln darüber, welche dieser Lesarten zu wählen sei, der Grundtext entscheidet; 3) daneben werden die verhältnißmäßig wenigen Stellen, zunächst des N. T., deren Abänderung beziehungsweise Berichtigung im Interesse des Schriftver⸗ ständnisses nothwendig und unbedenklich erscheinen möchte, in sinngetreuer Weise und mög⸗ lichst aus dem Sprachschatze der Lutherbibel dem Grundtext gemäß herzustellen sein; 4) die Bibelgesellschaften, welche neue Ausgaben der Bibel veranstalten, sind durch die Ev. Conferenz einzuladen, eine gegenseitige Vereinbarung zum Zweck einer einheitlichen Textgestalt lutherischer Bibelübersetzung, so weit es mög⸗ lich, einzuleiten, wobei die Ev. Conferenz denselben die thunlichste Förderung des Werkes, sofern es in nachstehender Weise unternommen würde, ihrerseits zusichert. Die Canstein'sche Bibelanstalt wird (etwa durch erbetene Vermittlung des Ev. Ob.⸗ K.⸗Rathes von Preußen) einzuladen sein, die Sache dadurch einzuleiten, daß sie überneh⸗ me: a) die Varianten der in Betracht kommenden, jetzt in Verbreitung stehenden Bibel⸗ ausgaben, sowie die etwa nothwendig erscheinenden Verbesserungen zusammenstellen zu las⸗ sen; b) beizufügen, welche Lesart sich hiernach für einheitliche Textgestalt ergebe; c) in Betreff der Punkte a — b eine Vereinbarung mit sämmtlichen Bibelgesellschaften, welche neue Ausgaben der Bibel veranstalten, soweit als möglich, herbeizuführen; d) von dem also gewonnenen Resultate der Ev. Conferenz zur weiteren Beschlußfassung Mittheilung zu machen. Die Ev. Conferenz wird die betreffenden einzelnen Kirchenregierungen ersuchen, den Bibelgesellschaften hierbei, namentlich in Bezug auf Erleichterung gegenseitiger Verhand⸗ lungen, Gewinnung theologischer Hülfe u. s. w., möglichst förderlich zu sein.“ Die Sinaitische Bibelhandschrift, welche Dr. Tischendorf im Jahre 1859 aufgefunden und welche die älteste unter den vorhandenen sein sollte, hat wegen einiger Varianten und Auslassungen schon manche schwache Gemüther in Angst versetzt und be⸗ sorgt gemacht, daß sie aufs neue die feindselige Kritik stärken werde. Damit hat es aber gute Wege. Ein Artikel im Sächs. Kirchen⸗ u. Schulblatt dieses Jahres vom 30. Juli, der eine genaue Beschreibung des Manuscripts enthält, weist nach, wie mit demselben nichts