# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S318 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 318 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. h. Abendmahl öffentlich zu genießen, sowie auch das neue elende Gesangbuch zu gebrauchen, welches er, überstimmt, doch selber annahm. Er hatte sich seit langen Jahren auf ein Ausscheiden aus der sog. Landeskirche vorbereitet, auch zu dem Behufe beständig Geld ge⸗ sammelt. Das heil. Abendmahl gab er seinen Anhängern seit Jahren in seinem Hause nach geschehener Privatbeichte, auch wurden dieselben angewiesen, in der Kirche nach der Melodie des aus dem neuen Gesangbuche angeschriebenen Liedes ein christliches aus dem alten und somit zugleich den Glauben mit dem Unglauben nach Einer Melodie zu singen. Nachdem die Seelen in die größten Aengste hineingeführt waren, wurden sie damit [unleserlich] gel gehalten, der Stand des Kirchenkampfs lasse noch keine Trennung zu, man [unleserlich] mehr Leute erwecken. So ließ er jene in dem stecken, was er selbst als Sünde kennen ge⸗ lehrt und forderte, daß man auch im Gehorsam so lange darin bliebe, als er es für nöthig erkennte. — Nachdem ich P. Horning über diese Dinge befragt und keine Antwort bekom⸗ men, sage ich jenen Seelen zu, sie hier in Jabel zum h. Abendmahl anzunehmen, weil sie mich darum zunächst baten; an die Pastoren in Baden wollten sie sich vor der Hand wenig⸗ stens nicht anschließen, doch hoffte ich, daß es später geschehen sollte, und habe dazu auch das meinige gethan. Die Reise der Leute wurde aber nicht nur unmöglich durch eine schwere Krankheit, sondern eine Frau wünschte auch ihr Kind von mir getauft zu sehen und bat mich sehr dringend darum (sie ist freilich noch eher gestorben und ihr Kind vom P. H. getauft). Darauf hin, also nicht „geschwind“, bin ich nach St. gereist und nicht in P. H. Ge⸗ meinde gegangen, sondern habe denen das heil. Abendmahl gereicht, welche ganz ordnungs⸗ mäßig aus seiner Gemeinde geschieden waren, wie sie auch zum Theil vorher aus andern Ortsgemeinden zu ihm getreten waren. Es giebt nämlich in Frankreich nicht solche Paro⸗ chien und solche Parochial⸗Rechte wie hier in Deutschland.“ Römische Kirche. Aus Anlaß der 300jährigen Gedächtnißfeier des tridenti⸗ nischen Concils hat der römische Bischof zu Trient im Mai d. J. einen Hirtenbrief erlassen, worin es u. A. folgendermaßen lautet: „Nachdem Martin Luther, um seine Leidenschaften zu befriedigen, die Fahne der Em⸗ pörung gegen die Kirche JEsu Christi erhoben hatte, schaarten sich um ihn bald die verwor⸗ fensten Menschen von ganz Europa. Ihre Reihen vermehrten nach und nach andere von ihnen Verführte, welche dann ebenfalls Verräther wurden. Es mangelte nicht an mächti⸗ gen Fürsten, welche sich von der Freiheit verführen ließen, die jene versprachen; leider fehlte es auch nicht an verdorbenen Gliedern des Heiligthums, die jene Legionen anführten. Da⸗ her unternahmen sie, kühn gemacht durch äußeren Schutz und ausgerüstet mit falscher Wissenschaft, das Werk, den Weinberg JEsu Christi zu verwüsten. Sie bemächtigten sich eines großen Theils von Deutschland, der Schweiz, Frankreichs, Englands und anderer Reiche, und überall entflammten sie jenes Feuer, welches in unseren Tagen noch nicht erlo⸗ schen ist. Welchen Schaden jene Gottlosen in der Welt anrichteten, ist leichter mit heißen Thränen zu beweinen als mit Worten zu beschreiben. Wir wollen nichts sagen von den Bürgerkriegen, Verheerungen, von der Schwächung der Monarchien und Reiche, von der Störung des Friedens, der Eintracht und Ruhe in den Familien; nichts wollen wir melden von der Barbarei, welche sie, so viel an ihnen lag, in der Welt wieder einführten; gewiß ist es aber, daß sie unzähligen Seelen eine tödtliche Wunde schlugen, das unzertrennliche Kleid JEsu Christi zerrissen, das Blut des Erlösers mit Füßen traten, ungemein viele Seelen dem Himmel raubten, um sie in den Abgrund der Hölle zu stürzen.“ Nachdem hierauf erwähnt wird, daß die katholische Kirche den Irrlehren nur „die Salbung ihrer Liebe“ entgegensetzte, heißt es weiter: „Unsere Stadt hat damals die Feldschlacht gesehen, gesehen die mit unüber⸗ windlicher Kraft ausgerüsteten Helden, welche da kämpften, sie aufgenommen innerhalb ihrer Mauern, sie beherbergt und zuerst ihren Sieg mit jubelndem Beifall begrüßt. Dies war eines der erhabensten Schauspiele, welches die Welt je gesehen, welches verdient, der ent⸗ ferntesten Nachkommenschaft kundgethan zu werden. Auf der einen Seite stellten sich mit Trugschlüssen bewaffnet alle Irrthümer auf, welche, von Simon dem Zauberer angefan⸗ gen, die Kirche bekämpft hatten. Die Gotteslästerungen eines Arius, Sabellius, Apollinar, Nestorius, Eutyches und anderer ähnlicher Ungeheuer wurden in anderer Weise