# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S313 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 313 Brod und Wein sei. und so fortan. Wenn diese Erbsünde geschehen und dieser Apfel gefressen ist, muß man sich alsdann mit solchen Feigenblättern schmücken: Wie kann Wasser die Seelen waschen? Wie kann Brod und Wein Christus Leib und Blut sein? Siehest du nicht, daß er im Himmel sitzt? Wie kann ein böser Mensch Fürst oder Herr sein?“ ꝛc. (S. Vorrede zu Menii Schrift: Vom Geist der Wiedertäufer. Luther's Werke. Erl. A. 63, 382 f.) Stellung der deutschen religiösen Blätter zur Politik. Der „Evangelist“ schreibt: „Folgendes ist eine kurze Uebersicht über die politischen Anschauungen unsrer deutschen kirchlichen Wechselblätter: Die methodistischen Zeitungen stehen, wiewohl den Lesern bereits hinlänglich bekannt ist, auf dem Boden der republikanischen Partei, ebenso das christliche Volksblatt der Mennoniten. — Von den unirten ist der Hausfreund in Chicago, das Organ der unirten Synode des Nordwestens, ein heftiger Gegner der Demokratie und die rationalistischen, protestantischen Zeitblätter stehen ihm an Einseitigkeit nicht nach. Wo der „Friedensbote“ des evangelischen Kirchen⸗Vereins steht, zeigt folgender Satz aus seiner letzten Nummer, darin von den Aufrührern in New York so geredet wird: „„Sie scheinen bei all ihrem wüsten Treiben nicht sehr in der Achtung der dortigen Staatsbehörde gesunken zu sein, denn der Gouv. Seymour redete sie während der größten Unordnung als seine Freunde an. Die dortigen Großen scheinen sich doch dankbar zu erinnern, durch wen sie hauptsächlich geworden sind, was sie sind.““ Die „Union“ der vereinigten Synode von Nord Amerika hatte vor einiger Zeit einige stark republikanische Artikel und schwieg, als dies Unwillen erregte, gänzlich. Die katholische Kirchenzeitung des Pater Oertel in New York führt uns in ihrem „Plauderstübchen“ wöchentlich ein Zwiegespräch zweier Redakteure vor, von denen der eine demokratisch und der andere republikanisch redet. Die lutherischen Kirchenzeitungen aller Schattirungen beobachten über bürgerliche Verhältnisse das strengste Stillschweigen. — Dasselbe thun auch, soweit uns bekannt ist, die beiden deutschen Baptistenblätter. Der Moravian, das Organ der Herrnhuter, will, daß bei der Führung des Krieges nur die Unterdrückung der Rebellion im Auge behalten und nichts zu Aufhebung der Neger⸗Sklaverei gethan werde.“ Conservatives Lutherthum. In dem letzten Heft des „Ev. Quarterly Review“ hat Prof. Sternberg vom „lutherischen“ Seminar zu Hartwick, N. Y., nach dem Geständniß des „Luth. Observer“ in einem Artikel die Lehre vom heil. Abendmahl entwickelt und zu rechtfertigen versucht, welche „durch die Reformirte Kirche Englands, Belgiens und Deutschlands, sowie der Schweiz vertreten werde, nehmlich daß mit dem Empfang des Leibes und Blutes Christi das Empfangen der Kraft und Wirksamkeit derselben gemeint sei.“ Der „Observer“ vom 28. Aug. drückt nicht nur seine Bewunderung des Muthes aus, welchen Prof. Sternberg durch diese offene Leugnung einer luth. Lehre an den Tag lege, sondern bekennt sich auch selbst zu dieser Leugnung und erklärt, daß die von dem Genannten ausgesprochene Lehre vom heil. Abendmahl „nahezu von allen conservativen Lutheranern dieses Landes festgehalten werde.“ New York. Der Evangelist schreibt: „In New York sind diesen Sommer während der heißen Monate mehr Kirchen geschlossen, als je zuvor. Mehrere Prediger erboten sich, in der Abwesenheit der Pastoren zu predigen, aber keine dieser Anerbietungen wurde angenommen. Also ist die Abwesenheit der einer Erholung bedürftigen Prediger nicht die alleinige Ursache, warum so viele Kirchen geschlossen werden, sondern auch die Abwesenheit eines Verlangens nach der Predigt überhaupt.“ Jowa⸗Synode. Wie diese Synode von der unserigen in Deutschland berichtet, davon noch ein Exempel. In Pf. Löhe's Mittheilungen vom Juni d. J. schreibt Prof. S. Fritschel unter dem 24. Jan. d. J.: „Der alte Gedanke, anderen Synoden aus dem Wege zu gehen, läßt sich nicht mehr halten, es denkt auch niemand mehr daran, das von uns zu verlangen. Wir fänden in der That auch gar keinen Raum mehr, denn Missouri hat sämmtliche Staaten, mit Ausnahme der südöstlichen, und nun auch schon Canada unter seine Synodalprovinzen ausgetheilt und mit den alten Ansprüchen (der Geltendmachung des bekannten Territorialsystems cujus regio, ejus religio, d. h., wo ich meinen Fuß hinsetze