# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S312 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 312 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Präsident Washington versammelte sich am 28. Mai 1789 die New York Conferenz der bischöflichen Methodistenkirche und bereitete am darauf folgenden Tage eine Addresse an Washington, worin derselbe und „„die durch die Vorsehung Gottes und die glorreiche Revolution überlieferte Freiheit"" hoch gerühmt wurden." Loyalität und Revolution gilt also den sauberen Methodisten zuweilen für identisch. Jedenfalls — das sieht man klar und deutlich aus ihrem Gebahren — ist ihnen Loyalität festes Anschließen eines Bürgers an die Gewalthabenden, wenn dieselben die Ziele seiner Parthei verfolgen. Die Lösung des Räthsels, daß die sonst so revolutionären Methodisten mit allen atheistischen Umsturzmännern unseres Landes jetzt so loyal sind, liegt daher ohne Zweifel in der Sclavenemancipation, welche die Gewalthabenden unseres Landes jetzt beabsichtigen. Da nun die Methodisten mit allen Ungläubigen der ganzen Welt Erzabolitionisten sind, so sind sie natürlich auch jetzt loyal. Würde die Administration zu einem gegentheiligen Zwecke den Krieg führen, da würde es jedenfalls mit der Loyalität unserer Bußbank - Humanisten so windig aussehen, wie sie sich in Absicht auf Kossuth, Garibaldi, Polen u. s. w. offenbart hat. Die Herrn hüllten sich allerdings bis jetzt immer in den Schafspelz der Loyalität gegen ihre eigne Regierung. Aber warum konnten sie es? Etwa darum, weil sie wirklich ein christliches Gewissen gegen Gottes Wort von der Heiligkeit der Obrigkeit hätten? Keinesweges; eben so wenig, wie die super - loyalen atheistischen Radicalen! Die Ursache liegt darin, weil ihre Loyalität gegen die Landesregierung noch nicht auf die Probe gestellt worden ist. Als der vorige, später entsetzte Gouverneur von Missouri, der den Sympathien solcher Loyalen entgegen handelte, noch nicht entsetzt, also noch in einem göttlichen Amte war, da haben wir hier Wunderdinge von den hiesigen loyalen Methodisten und anderen Loyalen erleben müssen. Was würden solche erst thun, wenn sie, wie einst ein Petrus und Paulus, unter einem Nero leben müßten? — Wir sehen es aus dem Apologeten: sie würden, so bald sie hinreichende Macht dazu erlangten, mit ihm „schon fertig" werden; arbeiten sie doch bereits auf den Triumph der „Freiheit aller Völker" hin, mit welchem auch die Freiheit der Polen triumphiren werde. O ihr Heuchler, ihr „loyalen" Revolutionärs dieser letzten Zeit! Aus einer Predigt von Bischof Simpson, welche am letzten Danksagungstage vor den Methodisten⸗Gemeinden von Chicago gehalten wurde, gibt der „Apologete" vom 24. Aug. einen Auszug. Darin heißt es u. A.: „Beim Ausbruche des Krieges hieß es, daß wir keine Geldanleihe zur Führung des Kriegs machen können. Was hat sich herausgestellt? Wir waren nicht einmal genöthigt, den Credit des Auslandes in Anspruch zu nehmen. Unser Volk bot bereitwillig seine Kapitalien der Regierung an und die Zeit ist nicht ferne, wo unser Credit und unser Papiergeld Pari mit Gold stehen wird." Kein Wunder, wenn der „Apologete" von dieser Predigt sagt: sie „zeugt nicht allein von der Frömmigkeit und Loyalität dieses hochgeschätzten Pfeilers der Kirche, sondern auch von seiner tiefen Einsicht in die Politik der Ver. Staaten." Auf die letzte wenigstens scheint sich der methodistische Prälat besser zu verstehen, als auf die Predigt des Evangeliums, die allein auf die Kanzel gehört. Kindertaufe. Der „Evangelist" vom 29. Aug. meldet: „Unter den Congregationalisten⸗Gemeinden im Staate Connecticut sind 76, in welchen im Jahre 1862 kein Kind getauft wurde. In einer der Gemeinden wurde seit 10 Jahren kein Kind getauft, und in keiner von allen Gemeinden im letzten Jahre mehr als 20 Kinder." Man sieht hieraus, wie furchtbar der Anabaptismus auch außerhalb der Baptistensecte zunimmt; eine nothwendige Folge der falschen Lehre von der Taufe, die alle Secten haben. Wir werden hierbei an jenes Wort Luther's erinnert: „Und ist die Wahrheit, daß Wiedertäufer⸗ und Schwärmergeist Ein Geist ist, denn, ob sie sich wohl äußerlich stellen, als seien sie nicht eines Geistes, wie der Zwingel und die Seinen sich stelleten, als seien sie der Wiedertäufer Feinde in etlichen Artikeln, aber doch in der Taufe und Sacrament ganz und gar Ein Geist in beiden war. Denn sie alle beide lehreten die große Kunst, nehmlich daß in der Taufe schlecht Wasser sei und im Sacrament schlecht Brod und Wein sei. Und Summa, kein Irrthum noch Ketzerei ist allein: wo der Teufel einen Fuß einsetzt, da gehet er hinnach mit dem ganzen Leibe. Wer zuläßt, daß Taufe eitel Wasser sei, der muß zulassen, daß Sacrament eitel