# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S311 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 311 keiten, ja durch Berge von Hindernissen hindurchgeschlagen und hindurchgeglaubt." Alles dieses überschwängliche Lob und die dadurch etwa erzielte materielle Unterstützung wollten wir den Herrn Iowaern gern gönnen, wenn sie nur nicht anstatt Gottes Wort und Luthers Lehr ihre eigenen Gedanken, ihre chiliastischen Träumereien und Fortschrittsgaukeleien zu Markte trügen. Dieses aber läßt es uns nicht zu, in dieses Lob oder in das folgende Rühmen einzustimmen: „Sie hat auch den innern Bau der Gemeinden und der Synode so ausgeführt, daß sie wie eine geschlossene Phalanx dasteht, mitten unter den streitenden Parteien der luth. Kirchen Americas ein Friedenszeichen und eine Friedensbotin, eine Hoffnung besserer Zeiten." Welch ein süßes „Friedenszeichen" die Iowa⸗Synode sei, belegen die „Mittheilungen" in der April⸗Nummer selbst, indem sie den Prof. G. Fritschel berichten lassen: „Missouri läßt uns so leidlich in Ruhe, obgleich sie es natürlich nicht lassen können, hin und wieder im Lutheraner ein bißchen uns anzubellen." Wisconsin⸗Synode. Ueber dieselbe berichtet in den Löheschen Mittheilungen vom April Prof. G. Fritschel von der Iowa⸗Synode wie folgt: „Vor einiger Zeit schrieben einige Pastoren der Wisconsinsynode an Hrn. Pfr. Löhe in der Absicht, es möglich zu machen, daß Zöglinge aus der Wisconsinsynode auf unsrem Seminar ausgebildet würden, und Pfr. Löhe schien damals Hoffnung zu haben, daß zwischen der Wisconsinsynode und der unsrigen eine nähere Vereinigung erzielt werden möchte. Allein die Wisconsinsynode, im Ganzen genommen, hat unierte Richtung. Es gibt in ihr allerdings eine mehr der luth. Praxis sich zuneigende Fraction, allein das sind eben nur einzelne, der herrschende Geist in ihr ist ein anderer, wie sich das nicht nur in der officiellen Verbindung der Synode mit unierten deutschen Missionsanstalten, sondern auch in ihrer hiesigen kirchlichen Praxis zeigt. Von Kirchenzucht ist ohnehin keine Rede. Ein Pastor der Wisconsinsynode bedient eine Gemeinde, die von unsrer Synode abgefallen ist, weil sie die Uebung der Kirchenzucht nicht dulden wollte." Loyalität. Welche Heuchelei mit diesem Stichwort unserer Tage getrieben wird, ist kaum zu sagen. Wir denken hierbei nicht sowohl an die atheistischen Umsturzmänner, die es zur Aufgabe ihres Lebens gemacht haben, unter allen Völkern der Erde die blutige Fackel der Revolution anzuzünden und alle Throne, ja alle bestehenden nicht demokratisch⸗radicalen Verfassungen umzustoßen, und die sich nichts desto weniger hier mit ihrer angeblichen Loyalität brüsten, weil ihnen Loyalität mit der Revolution gleichbedeutend ist; wir haben hier vielmehr diejenigen im Auge, welche in Amerika die eifrigsten Christen sein wollen. Dahin gehören namentlich die Methodisten Nicht nur haben dieselben von jeher mit allen revolutionären Bewegungen in der alten Welt offen sympathisirt und damit thatsächlich Gottes Wort: „Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung," auf das frechste verhöhnt; ja, selbst jetzt noch tragen sie in ihren weltlichen und religiösen öffentlichen Blättern ihre innige Sympathie mit den gegenwärtigen europäischen Revolutionen in schamloser Weise zur Schau. Um nur ein Beispiel aus unzählbaren herauszugreifen, das uns gerade in die Augen kommt, so schreibt der „Christliche Apologete" der Methodisten vom 24. Aug.: „Wer freut sich nicht selbst über den kleinsten Sieg der Sarmaten, selbst über die unbedeutendste Niederlage der Russen im gegenwärtigen Kampfe? Napoleon der Dritte hat sich als so überaus niederträchtig und gefährlich erwiesen, daß an seinem Sturz Alles gelegen und, um dies freudige Ereigniß herbeizuführen, kein Opfer zu groß ist. Käme nach dem Sturze Napoleon's selbst ein Bourbon in Frankreich auf den Thron, es wäre ein Gewinn, denn der schlimmste Feind wäre beseitigt, und mit den Uebrigen würde man schon fertig. Die Freiheit der Polen triumphirt mit derjenigen aller Völker." Während nun diesen Mordpropheten die Revolution fast bei jedem Worte über Politik aus dem Halse stinkt, blähen sie sich in demselben Augenblick mit ihrer Loyalität!! In demselben „Apologeten" lesen wir in der vorhergehenden Nummer: „Rev. Dr. Clark redete" (bei der „großen Unionsversammlung" in Cincinnati am Danksagungstage) „über die Loyalität der bischöflichen Methodistenkirche. Er sagte: Seit dem Jahre 1784, in welchem die Constitution der Meth. - Kirche angenommen wurde, bis auf den heutigen Tag haben die Methodisten sich gleichförmig loyal bewiesen. Unmittelbar nach der Inauguration von