# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S307 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.⸗evang.⸗luth. Kirche. 307 zwischen Nachbaren, Verwandten und dergl. stattfinden, die sonst in Freundschafts⸗ und Umgangsverhältniß stehen, oder sie müssen auf Grund von ganz besonderen Verhältnissen und Umständen geschehen, und wenn sie diese Gränzen überschreiten, muß man versuchen, daß sie auf Hausandacht, Privat⸗Ermahnung und Belehrung zurückgeführt werden oder daß sie zu wirklichen öffentlichen Versammlungen werden, geordnet mit Zustimmung der ganzen Gemeinde und des Pastors. Demgemäß fanden alle anwesenden Prediger unserer Synode in dieser Sache keinen Grund mehr, den Wunsch der Pastoren Rasmusen und Fjeld, in unsere Synode aufgenommen zu werden, nicht zu erfüllen. Ebenso erklärten sich die Pastoren Rasmusen und Fjeld mit Prof. Walthers von der Synode angenommener Erklärung über die Laien⸗Angelegenheit zufrieden, nur daß das Wort „verschmachten" den Past. Rasmusen besorgen ließ, es möchte mißverstanden werden. Er selbst fand die in der Erklärung beigefügte Deutung desselben genügend. Da Past. Rasmusen demnächst aufgefordert wurde, mehr Punkte zu nennen, worin er sich mit unsrer Synode uneinig gewußt, so erklärte er, daß er eigentlich nichts Bestimmtes wisse, ausgenommen, daß er in der Sklavereisache nicht recht klar wäre. Alle Stützen einer Opposition gegen uns in diesem Stück wären für ihn gleichsam gefallen und er könne gut verstehen, daß Sklaverei in einer christlichen Weise stattfinden könne, aber er habe die ganze Sache nicht recht gefaßt und er fragte daher, ob diese Unklarheit als ein Hinderniß seiner Aufnahme in die Synode werde angesehen werden. Darauf wurde geantwortet, daß diese Frage an sich selbst gewiß nicht von so großer Wichtigkeit sei, aber daß man wegen der Bedeutung, die sie in unsrer Gemeinschaft bekommen habe, und wegen des ausführlichen Schriftwechsels, der darüber geführt worden sei, es als sehr wünschenswerth betrachte, daß Past. Rasmusen auch hierin mit uns einig sein möchte, desgleichen daß es scheine, als müßte er nach den geschehenen Erörterungen hierin die Wahrheit erkennen können. Uebrigens fand man, daß Pastor Rasmusen mit seinen hier gefallenen Aeußerungen faktisch unserer Erklärung auf der vorigen Synode beigestimmt habe und verlangte zur Zeit keine öffentliche Zustimmung. Da jedoch die falsche Lehre von der Sklaverei sich sehr oft als auf eine falsche Lehre von der Obrigkeit gegründet erweist, so fragte Past. Rasmusen, ob er hierin mit der lutherischen Kirche übereinstimmend lehre, und seine Aeußerungen hierüber wurden als zufriedenstellend erfunden. Past. Fjeld erklärte sich über diese Frage ohngefähr wie Past. Rasmusen. Doch während er auf der einen Seite in der Sklavereisache unklar war, wurde auf der andern von allen erkannt, daß eine öffentliche Erklärung hierüber von ihm um so nothwendiger sei, als er sich auf der vorigen Synode in dieser Sache gegen uns in offene Opposition gestellt hatte. Auf die wiederholte Frage, worin keine Einigkeit bestanden habe, nannte Past. H. A. Preus die Absolution und deren Verhältniß zur Beichte, zur