# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S296 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 296 Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. lichen Sachen zum Guten erstorben, sondern übel verwundet und halbtodt; derhalben, obwohl der freie Wille zu schwach sei, den Anfang zu machen, und sich selbst aus eignen Kräften zu Gott zu bekehren und dem Gesetz Gottes mit Herzen gehorsam zu sein, dennoch, wenn der heil. Geist den Anfang machet und uns durch das Evangelium berufet und seine Gnade, Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit anbeut: daß alsdann der freie Wille aus seinen eignen natürlichen Kräften Gott begegnen (occurrere) und etlichermaßen etwas, wiewohl wenig und schwächlich, darzu thun, helfen und mitwirken, sich zur Gnade Gottes schicken und appliciren, und dieselbige ergreifen, annehmen und dem Evangelio gläuben, auch in Fortsetzung und Erhaltung dieses Werkes aus seinen eigenen Kräften neben dem heil. Geist mitwirken könne.“ Zugleich verwirft die Concordienformel auch alle die Redensarten, welche diesen Synergismus in sich schließen. Sie schreibt: „Was dann belanget die Reden Chrysostomi und Basilii: Trahit Deus, sed volentem trahit; tantum velis, et Deus praeoccurrit; item der Schullehrer (Scholastiker) Rede: Hominis voluntas in conversione non est otiosa, sed agit aliquid (das ist, Gott zeucht, er zeucht aber den, der da will; item, wolle allein, so wird dir Gott vorkommen; item, des Menschen Wille ist nicht müßig in der Bekehrung, sondern wirket etwas), welche Reden zur Bestätigung des natürlichen freien Willens in der Bekehrung des Menschen wider die Lehre von der Gnade Gottes eingeführet: ist aus hiebevor gesetzter Erklärung offenbar, daß sie der Form gesunder Lehre nicht ähnlich, sondern derselben zuwider und demnach, wenn von der Bekehrung zu Gott geredet, billig zu meiden. Denn die Bekehrung unseres verderbten Willens, welche anders nichts, denn eine Erweckung desselben von dem geistlichen Tode, ist einig und allein Gottes Werk.“ Daher vertheidigt denn im Folgenden die Concordienformel auch Luthers Erklärung, „daß sich der Mensch zu seiner Bekehrung pure passive halte, das ist, ganz und gar nichts dazu thue, sondern nur leide, was Gott in ihm wirket, .. tanquam in subjecto patiente, das ist, da der Mensch nichts thut oder wirket, sondern nur leide.“ Und wenn Melanchthon von drei Ursachen der Bekehrung geredet und als dritte den Willen des Menschen aufgeführt hatte, so verwirft die Concordienformel auch diese Lehrweise ausdrücklich, als eine solche, wodurch „die Jugend heftig irre gemacht worden,“ indem „des unwiedergebornen Menschen Verstand und Wille anders nichts, denn allein subjectum convertendum sei, das ist, der bekehrt werden soll, als eines geistlich todten Menschen Verstand und Wille, in dem der heil. Geist die Bekehrung und Erneuerung wirket; zu welchem Werk des Menschen Wille, so bekehrt soll werden, nichts thut, sondern lässet allein Gott in ihm wirken.“ Endlich spricht sich die Concordienformel auch gegen den Ausdruck Melanchthon's aus, daß der freie Wille nach dem Falle nur „vielfach gehindert“ sei. Im Artikel von der Erbsünde heißt es nehmlich: „Demnach verwerfen und verdammen wir, wenn gelehret wird, . daß die