# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1863_S295 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. 295 schon die allersinnreichsten und gelehrtesten Leute auf Erden das Evangelium vom Sohne Gottes und Verheißung der ewigen Seligkeit lesen oder hören, können sie dennoch dasselbige aus eigenen Kräften nicht vernehmen, fassen, verstehen noch gläuben und für Wahrheit halten, sondern, je größern Fleiß und Ernst sie anwenden und diese geistlichen Sachen mit ihrer Vernunft begreifen wollen, je weniger sie verstehen und glauben und solches alles allein für Thorheit oder Fabeln halten, ehe sie durch den heil. Geist erleuchtet und gelehret werden.“ Unsere Concordienformel ist so weit entfernt, „den leisesten Hauch eines wahrhaftigen Sehnens nach Gott und seiner Gnade,“ wie Hr. Kr. ihr imputirt, einer erforderlichen vorangehenden „Gesinnungswürdigkeit“ des natürlichen Menschen zuzuschreiben, daß sie vielmehr schon aus solchem Sehnen schließen lehrt, daß Gott sein Gnadenwerk im Menschen bereits habe. Sie schreibt: „In Summa bleibet's ewig wahr, das der Sohn Gottes spricht: Ohne mich könnet ihr nichts thun; und Paulus, Phil. 2.: Gott ist's, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Welcher lieblicher Spruch allen frommen Christen, die ein kleines Fünklein und Sehnen nach Gottes Gnade und der ewigen Seligkeit in ihrem Herzen fühlen und empfinden, sehr tröstlich ist, daß sie wissen, daß Gott diesen Anfang der wahren Gottseligkeit in ihrem Herzen angezündet hat.“ Schließlich wird daher nicht nur der grobe Pelagianismus, sondern auch der subtilere Synergismus ausdrücklich verdammt, wenn es heißt: „Zum vierten (wird verworfen) der Synergisten Lehre, welche vorgeben, daß der Mensch nicht allerdings in geist⸗ lungen dienen, daher sie auch pädagogische oder Handleitungen zur Bekehrung heißen, z. B. das physische Gehen in die Kirche, das physische Leihen des Ohres zum Hören des Wortes Gottes, davon reden, die Bücher der Schrift lesen. Daß in den Unwiedergebornen in Betreff dieser Objecte eine gewisse, aber eine wegen verschiedener Hindernisse sehr geringe und schwache, Freiheit des Willens sei, bezeugt sowohl die Erfahrung, als es die Schrift zugesteht Röm. 1, 19. 20. 2, 14. 15. 10, 3.; Phil. 3, 6. .. Zu dem höheren Hemisphärium rechnen wir auch das Gehen in die Kirche, in der Absicht aus dem gepredigten Wort Unterricht zu schöpfen, das Lesen und Hören des Wortes Gottes, in der Absicht fortzuschreiten. von Verlangen nach Unterricht aus Gottes Wort ergriffen sein; welches alles Werke der zuvorkommenden und anfangenden Gnade sind.“ („Duo sunt objectorum, circa quae voluntas hominis in statu corruptionis occupata est, hemisphaeria, unum inferius, alterum superius. Pertinent ad hemisphaerium inferius res sacrae externae sive actiones paedagogicae, quae ex natura sunt et extrinsecus actionibus spiritualibus serviunt, unde et paedagogicae sive ad conversionem manuductoriae vocantur, v. g. itio physica in templum, accommodatio physica aurium ad audiendum verbum Dei, de eo disserere, scripturae libros legere. Esse circa talia objecta aliquam in irregenitis voluntatis libertatem, sed ob varia impedimenta valde debilem et imbecillam, et experientia testatur, et scriptura largitur Rom. 1, 19. 20. 2, 14. 15. 10, 3. Phil 3, 6. .. Ad superius hemisphaerium etiam referimus τὸ ire in templum informationis ex verbo praedicato capiendae causa, legere et audire verbum Dei animo proficiendi, desiderio informationis ex verbo teneri; quae omnia opera sunt praevenientis atque incipientis gratiae.“) Theol. didact.-pol. I, 1087. 1089.