# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S285 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 285 Stück der Kirche in die Sichtbarkeit heraustrete, sondern weil es nach Gottes Wort für den Glauben feststeht, daß die Gnadenmittel da, wo sie recht verwaltet werden, nicht ohne Frucht bleiben. Für die lutherische Lehre unterscheiden sich die Fragen: Was ist die Kirche? und: Wer gehört zur Kirche? gar nicht; denn die Kirche ist die Gemeinschaft der Gläubigen. Daß Harnack auf jene Unterscheidung der beiden ein entscheidendes Gewicht legt (S. 24), ist wieder nur ein Beweis, daß er die lutherische Lehre von der Kirche durchaus mißverstanden hat.“ ————— Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Aus dem Christlichen Botschafter von Cleveland, vom 25. Juli, ersehen wir, nach welchem Grundsatze die fanatische methodistische Secte der „Evangelischen,“ auch Albrechtsleute genannt, bei ihrem Einbrechen in andere christliche Gemeinden verfährt. Dort heißt es: „Indeß erstreckt sich des Predigers Verantwortlichkeit weit über die Grenzen seiner eignen Gemeinde hinaus und bezieht sich auf Alle, die er möglicherweise unter den Einfluß seines Amtes bringen kann.“ Man sollte denken, daß diese Menschen die Stelle Apost. 20, 28. noch nie gelesen haben könnten; aber dem ist nicht so, unmittelbar zuvor führt der Schreiber diese Stelle selbst an! — In derselben Nummer genannten Blattes finden wir noch einen Beleg der liebreichen Gesinnung der Herrn Albrechtsleute. Einer ihrer in Deutschland vagabundirenden „Missionare“ schreibt nehmlich aus Ulm: „Was ich noch besonders erwähnen muß, ist der Umstand, daß so viele der frommseinwollenden Pietisten und der vorgeblichen Nachfolger von Michel Hahn das rohe Gesindel in seinem tollen Lauf noch stärken; und besser wäre es, meines Erachtens, für das Volk von Würtemberg, wenn der ganze wirkliche Pietismus an Einem Tage bald gen Himmel fahren“ (jedenfalls in ironischem Sinne) „könnte, denn derselbe ist nicht nur auf eine indirecte Weise dem Laster im Behulf (!), sondern sogar auf eine directe.“ Zum Beweise führt der Schreiber hierauf dies an, daß die Würtembergischen Pietisten die Feier des Sonntags nicht für eine göttliche Einrichtung halten. — Noch Eins aus der bezeichneten Nummer. Vor kurzem haben die Redacteure der unirten Blätter: „Union“ und „Hausfreund.“ auf eine recht skandalöse, selbst bürgerlich ehrenrührige Weise mit einander gehadert, dies meldet denn unser „Botschafter“ und setzt boshaft hinzu: „beide lutherische Zeitschriften.“ Auf dem Wege nach Rom oder schon da angekommen sein soll nach der New-Yorker Kathol. Kirchenzeitung vom 6. August ein „lutherischer“ Prediger in Middlevillage, L. I., einem von New York nicht sehr entfernten Dorf. Zur Pennsylvanischen Synode gehörig, soll er noch bei Gelegenheit der Versammlung derselben in Reading, Pa., über Joh. 20, 21—23. eine romanisirende Predigt über Schlüsselgewalt und Ohrenbeichte gehalten und über darin vorgekommene „unvorsichtige Ausdrücke“ einen Verweis erhalten haben. Am 2. Aug. soll er bereits seine Abschiedspredigt gethan und darin die lutherische Kirche in 10 Hauptpuncten der Irrlehre bezüchtigt haben, infolge dessen ihm in der Nacht darauf eine Katzenmusik mit Fenstereinwerfen gebracht worden sei. Zugleich wird berichtet, daß der erwählte Nachfolger des Convertiten ein Schüler desselben sei und Hoffnung gebe, daß auch er seinem Lehrer in den Schooß der römischen Secte folgen werde. Die hiesigen Ungläubigen. Folgendes lesen wir im „Evangelisten“ vom 8. Aug.: „Die Infidels, wie sie sich selbst nennen, hielten neulich ihre Jahresversammlung in Boston. Ihr Eifer für ihre gemeinsame Sache scheint nicht sehr groß zu sein, denn der Be- richt des „Schatzmeisters der Verbindung der Ungläubigen in Nord America“ weist eine