# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S284 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 284 Vermischtes. schen Lichte ist er so fern als die Nacht vom Tage. Trotz seines unermüdlichen, geistlosen, widerlichen Geschwätzes von des Lämmleins Blut und Wunden weiß er doch nichts von dem Heilswege durch Christi Verdienst, durch den rechtfertigenden Glauben, durch Vergebung der Sünden; er will das Leben erlangen durch seine eignen Tugenden: seine „„Herzensfrömmigkeit““, seinen werkthätigen Glauben, seine „„Liebe““ zum Heiland. Er gründet sich nicht mit St. Paulus auf Gnade und Evangelium, sondern mit St. Pelagius auf Natur und Gesetz. Er hat einen ganz andern Geist als wir: jenen finstern, gesetzlichen, calvinischen Geist, der da lehrt: Du sollst das nicht angreifen! du sollst das nicht kosten!“ Kirche. Es ist ein zu dieser Zeit viel verbreiteter Irrthum, daß zu dem Begriff der Kirche auch das rechtgläubige Pfarramt gehöre. Um diesen Irrthum als eine lutherische Wahrheit zu rechtfertigen, deutet man die im 7. Art. der Augsb. Confession angegebenen Kennzeichen derselben zu Wesensbestandtheilen um. Dies scheint auch Prof. Harnack in Erlangen zu thun in seiner Schrift: Die Kirche, ihr Amt, ihr Regiment, 1862. Hiergegen schreibt Dr. Dickhoff in der Mecklenburgischen Theol. Zeitschrift vom Mai und Juni d. J. u. A. Folgendes: „Alles Andere, was nicht von der Kirche getrennt sein kann, ohne welches die Kirche nicht sein kann, was somit nothwendig in diesem oder jenem Sinne zur Kirche gehört, fällt doch nicht in den lutherischen Begriff von der Kirche als solcher, gehört nicht zu dem, was die Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Christenheit als solche ausmacht. So kann der Mensch nicht ohne die Luft und ohne das tägliche Brot leben, aber Luft und tägliches Brot gehört doch nicht zum Begriff des Menschen; die Menschheit kann nicht sein ohne die Erde, auf der sie wohnt, und ohne den Himmel, der sich über ihr wölbt, und ohne die Sonne, die leuchtend und wärmend über ihr aufgeht, dennoch ist der Begriff der Menschheit unterschieden von dem Allen, fällt nicht mit dem Begriff des Universums zusammmen. Christus, das Haupt der Gemeinde, ist untrennbar von der Kirche, die sein Leib ist, die Existenz der Kirche wäre mit der Trennung von dem Haupte, von dem in ihr wohnenden und durch die Gnadenmittel wirkenden HErrn, vernichtet, aber doch gehört Christus nicht in den Begriff der Kirche, die eben der von dem Haupte unterschiedene Leib Christi ist. Dasselbe gilt auch von den Gnadenmitteln, von dem Worte und den Sacramenten. Durch sie empfängt die Kirche ihr Leben von dem Haupte, ohne sie entbehrt die Kirche den Grund ihrer Existenz; dennoch gehören sie nicht in den Umfang des lutherischen Begriffs von der Kirche; untrennbar von ihr, sind sie doch von ihr unterschieden. Der Kirche sind die Gnadenmittel von dem HErrn gegeben, die Kirche hat sie, gebraucht sie, lebt durch sie, in der Kirche werden sie im Dienste des HErrn verwaltet, daß das Wirken des HErrn durch sie, die Kirche mehrend und vollbereitend, immerdar fortgehe, aber sie sind die Kirche nicht irgendwie selbst. Deshalb werden die recht verwalteten Gnadenmittel auch als die notas der wahren Kirche bezeichnet. Sie heißen so nicht deshalb, weil darin gleichsam ein