# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S279 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. 279 Raum für die ängstliche Sorge sein, sondern wird es unsere Lust und Freude werden, dem HErrn unsere Gaben zu opfern. Endlich will ich nennen Trunkenheit und Tanz, Spiel und Nachtschwärmen als sehr gemein unter den jungen Leuten in mehreren Gemeinden. Diese Sünden haben allezeit ihre Wurzel in dem Leichtsinn und Unglauben des Herzens und können allein durch Veränderung des Herzens recht niedergekämpft und getödtet werden; aber je größer das Aergerniß ist, welches sie sowohl denen geben, die innerhalb der Gemeinden sind, als denen außerhalb der Gemeinde, um so eifriger sollen wir sein, derlei Ausschweifungen zu verhindern und Aergernisse zu vermeiden. Daß diese Sünden nicht so häufig unter uns sein würden, wofern nicht die beiden erstgenannten Hauptsünden so gemein wären, ist einleuchtend. Dies sind einige von den Feinden, von welchen ich sagte, daß wir sie mitten unter uns zu bekämpfen haben. Soll dies geschehen, so kömmt zuvor alles darauf an, daß Gottes Wort unter uns in Achtung und Ehren gehalten werde. Das Hauptbestreben unserer Gemeinschaft muß daher für's erste dahin gehen, mehr Lehrer zu bekommen, sowohl für unsere überfüllten, als für so manche predigerlose Gemeinden. Ein Gegenstand ernster Erwägung für die geehrte Synode wird deshalb unsere Lehranstalt und deren erfolgreiche Entwicklung sein. Sowohl der Director der Anstalt, als die Baucommission werden ihre Berichte vorlegen. Hier nur so viel. Da das Bedürfniß der Schule eine Vermehrung des Lehrerpersonals forderte, so sandte der Kirchenrath im Herbst vorigen Jahres einen Beruf an den Candidaten der Theologie Chr. Bruun in Norwegen als dritten Lehrer. Sobald der Kirchenrath berichtet wurde, daß Hr. Bruun den Beruf nicht annehmen wolle, entschloß er sich, einem unserer ältesten Zöglinge in St. Louis, dem W. Jacobsen, einen einstweiligen Beruf zuzuschicken, hat aber gleichzeitig die Bewerber in Norwegen aufgefordert, sich für den Posten zu melden. So weit ich weiß, haben sich im verflossenen Jahr keine neue Gemeinden innerhalb der Grenzen unseres Synodalbezirks gebildet; dagegen haben sich von älteren Gemeinden die zu Big Cano und zu Hesper in Iowa, dann die zu Richland nebst ihren Filialen in Minnesota zu selbstständigen Gemeinden constituirt und sich Prediger aus Norwegen berufen. Auch die Gemeinde zu North Prairie, Minn., hat sich zu einer selbstständigen Gemeinde constituirt, wünscht aber lieber, gleich der zu Lemonweir, Wisc., einen von den hier ausgebildeten Predigern. Seit der letzten Synode hat keine Gemeinde Aufnahme in unseren Synodalverband begehrt; dagegen haben nach der Aussage des Past. A. C. Preus zwei Gemeinden in Lee Co., Ill., die beide zu unserer Synode gehörten, ihn auf Grund der Lehre von der Sclaverei vertrieben und sich den Past. C. J. Pedersen in Chicago aus der Augustana-Synode zum Prediger berufen. Da Past. A. C. Preus selbst gegenwärtig ist, wird er den richtigen