# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S278 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 278 Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. tagen in den Familien gelesen wird. Von selbst folgt, daß es da, wo die Hausväter die Veranlassung zur Belehrung und Erbauung ihrer selbst versäumen, mit der Unterweisung der Kinder, geschweige denn der Dienstboten, schlecht stehen muß. Wäre auch unser Schulwesen in einem besseren Zustand als es ist, das würde doch den Schaden nicht wieder gut machen können, der dadurch verursacht wird, daß Eltern solchergestalt die christliche Unterweisung ihrer Kinder verabsäumen. Daß es mit dem Eifer und der Arbeit für die Mission unter den Heiden in unserer Gemeinschaft besorglich steht, wird aus dem Vorhergehenden einleuchtend sein; das ist doch eine Sache von so großer Wichtigkeit, daß ich es der Synode ernstlich ans Herz legen muß, dahin zu wirken, daß es auch in diesem Stück besser werde. Diese Versäumniß und Verachtung des Wortes Gottes ist um so gefährlicher, als man sich dadurch des einzigen kräftigen Mittels begiebt, alle anderweitigen Sünden zu dämpfen und zu hindern, welche durch diese Versäumung freien Spielraum erhalten. Wie traurig es in unserem Verband auch hinsichtlich der Versäumung des h. Abendmahls steht, davon wird ein Blick auf die Parochialberichte in unserer Maanedstidende einen jeden überzeugen. In Verbindung mit dieser Sünde muß ich die Versäumung der brüderlichen Vermahnung und Bestrafung nennen; es ist in Wahrheit erschrecklich, wie diese Liebespflicht unter uns vernachlässigt wird, und es ist dies ein anderer Hauptgrund davon, daß es in so manchen Stücken so schlecht unter uns steht. Allerlei unwahres und liebloses Gerede, welches ja Sünde wider das 8. Gebot ist und hinwiederum Haß, Streit und Zänkereien erzeugt, hat die Stelle dieser Christenpflicht eingenommen, ja geschieht manches Mal in dem Gedanken, daß man sich dadurch recht als einen eifrigen Christen erweise, der die Sünden mit Ernst strafe. Da ist an keine ordentliche Kirchenzucht unter uns zu denken, solange es so schlecht steht mit der brüderlichen Bestrafung; denn diese ist nach Christi Wort der erste Grad der Kirchenzucht. Ueberspringt man diese, so wird die Kirchenzucht eine polizeiliche Zucht werden, ja oft schlimmeres, denn das, nämlich reine Willkür und Sünde. Auf Grund der Wichtigkeit dieser Sache will ich deshalb der Synode ans Herz legen, daß sie wo möglich von den zu verhandelnden Gegenständen die Lehre von der Kirchenzucht vornehme, wenn man auch nicht damit fertig werden sollte; es ist dies eine Sache, die gern auf zwei oder drei Synodalversammlungen verhandelt werden kann. Man wird sie jetzt um so besser verstehen. und sich aneignen, da wir auf den früheren Versammlungen die Lehren von der Absolution und vom geistlichen Priesterthum durchgenommen haben. Die dritte Hauptsünde, die sich in unseren Gemeinden offenbart, ist der irdische Sinn, die Sorge für das Zeitliche, die Habsucht, der Geiz. Unglaube und Mißtrauen gegen Gottes Gnade in Christo und deshalb auch gegen seine väterliche Fürsorge sind der Grund davon. Der HErr verhelfe uns doch zu einem festen Vertrauen auf seine Gnade und zur Freude an seinem Evangelium und den darin verheißenen Gütern, so wird im Herzen kein