# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S274 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 274 Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. seines Wortes Kraft, welche er allmälig überall zum Vorschein kommen läßt. Denn wenn wir fragen: wodurch ist dies alles geschehen? — so ist die Antwort: „das ist vom HErrn und ist wunderlich vor unseren Augen;" und durch dieses Wort, welches ein lebenzeugender Same und selbst Leben und Geist ist, hat Er das alles ausgerichtet, denn uns kömmt nur zu Scham unseres Angesichtes. Aber hat auch der HErr in so weit diesen Streit in unserer Gemeinschaft zu einem gesegneten Ausgang geführt, so ist doch, l. Brüder, darum unser Kampfeslauf nicht zu Ende; unser Feind rastet nicht. Wohl ist es augenscheinlich, wie der HErr den Lauf seines reinen Evangeliums unter uns gesegnet hat, und den HErrn nicht dafür preisen würde mindestens ein schwarzer Undank sein. Die Schriften unseres theuren Kirchenvaters Luther haben in manchen unserer Gemeinden eine starke Verbreitung gefunden; während manche der Leser öffentlich bekannt gemacht haben, wie sie sich früher selbst betrogen, da sie sich einbildeten, daß sie in Luthers Schriften und in der lutherischen Lehre wohl bewandert wären: so hat ihnen jetzt Luthers einfältige und populäre, kräftige und klare Predigt des Evangeliums dieses werth und die lutherische Kirche theuer gemacht, denn sie hat dieses Evangelium rein und öffnete ihnen die Augen, so daß sie sehen, es sind nicht geringfügige Zänkereien, die wir mit den verschiedenen Sekten und Gemeinschaften haben, sondern in dem Hauptstück der seligmachenden Lehre, in dem Artikel von der Rechtfertigung durch den Glauben allein, scheidet sich die lutherische Kirche von allen übrigen kirchlichen Gemeinschaften; um das reine Evangelium, welches sie uns rauben wollen, dreht sich der Streit zwischen ihnen und uns. Daher ist auch in mehreren Gemeinden eine starke Begierde nach der reinen, unverfälschten Milch des Evangeliums, eine rechte Tüchtigkeit die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind; man ist nicht zufrieden mit einem gutgeschriebenen moralistrenden Vortrag, auch nicht mit einem gefühligen Erguß, darin Gesetz und Evangelium, Glauben und Werke, Rechtfertigung und Heiligung in der ärgsten Verwirrung untereinander gemengt sind zu unersetzlichem Schaden der Seelen. Man stellt an den Prediger die Anforderung, daß er ein Hirte der Seelen und Seelsorger sei, der mit dem Gesetz treibet und züchtigt auf Christum und mit dem Evangelium weidet und nährt; aber man will nicht leiden, daß er das Gesetz, geschweige denn das Evangelium, dazu gebraucht, die elenden Sünder von Christo fern zu halten. Damit ist aber auch uns Predigern ein starker Sporn gegeben, Zeit und Fleiß auf die Vorbereitung zu den Predigten zu verwenden und unablässig des HErrn Hilfe und Gnade zu suchen, der, da er die Seelen mit seinem Blut theuer erlauft hat, uns, seine Diener, gern tüchtig machen will, das Wort von der Versöhnung zu predigen. Das ist ja, theuere Brüder, bereits eine so überschwänglich große Gnade von Gott, daß wir's nicht aussagen können; ebenso, daß er die Wirksamkeit unserer Lehranstalt so wohl, ja über unsere übertriebensten Erwartungen hat gelingen lassen, da können wir ihm gleichfalls für seine Barmherzigkeit nicht