# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S267 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. 267 Leib wirklich, und nicht nur dem Glauben gegenwärtig ist, wirklich, und nicht nur durch den Glauben genossen werde. Aber zu behaupten, daß den ungläubigen Communicanten zur Aufnahme des Leibes Christi jedes Organ fehle, ist daher lächerlich, da eben der Mund, dem der HErr seinen Leib mit dem Brode vorhält, und nichts anderes das Organ zur Aufnahme desselben ist, welches Organ bekanntlich auch den Ungläubigen eben so wohl verliehen ist, wie das Organ des Ohrs zur Aufnahme des himmlischen Wortes. Nicht weniger lächerlich ist es, wenn Hr. K. daraus, daß die Ungläubigen kein Organ zur Unterscheidung des Leibes und Blutes Christi haben, argumentirt, daß sie also auch Christi Leib und Blut nicht genießen können. Welch eine Logik: Weil ein Mensch eine Speise von einer andern nicht unterscheiden kann, so kann er sie auch nicht genießen! — Auch hier ist der Beweis umzukehren. Der Apostel sagt: „Welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, darum, daß er nicht unterscheidet den Leib des HErrn.“ 1 Cor. 11, 29. Ißt und trinkt sich also darum der Ungläubige das Gericht im heil. Abendmahle, weil er dabei den Leib des HErrn nicht unterscheidet, so muß er denselben ja freilich genießen, nur daß er, anstatt der seligen Frucht dieses Genusses theilhaftig zu werden, „anstatt des Lebens den Tod empfäht“; wie einst zwar Viele Christi Leib berührten, das blutflüssige Weib aber, das denselben im Glauben berührte, allein die davon ausströmende heilsame Kraft erfuhr, während die gegenwärtigen Ungläubigen mit Christi heiliger Menschheit nur zu ihrer Verdammniß in so nahe Berührung kommen. Luc. 8, 43—48. Hr. K. schließt den die Lehre vom heil. Abendmahle betreffenden Abschnitt seines Artikels mit den Worten: „Unsere Reformirte Kirche hat diesen römischen Sauerteig, dessen ein wenig schon den ganzen Teig verdirbt, gänzlich abgethan, indem sie nur den Gläubigen, wozu sie allerdings auch die nach lebendigem Glauben ringenden, seufzenden und darum flehenden Seelen zählt, die Segnungen des heiligen Mahles zuspricht und mit Berufung auf Joh. 6. festhält: „Der Geist ist es, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben.“" Hierzu haben wir erstlich nur dieses zu bemerken, daß es entweder ein offenbarer Betrug ist oder von einer fabelhaften Gedankenlosigkeit zeugt, wenn Hr. K. hiernach das als specifisch Reformirt hinstellt, daß die Ref. Kirche „nur den Gläubigen die Segnungen des heil. Mahles zuspricht.“ Gleich als ob die luth. Kirche die Segnungen des heil. Abendmahls auch den Ungläubigen zuspräche! Während der Unterschied zwischen der luth. Kirche und der Reformirten vielmehr darin besteht, daß erstere glaubt, Christi Leib und Blut sei wirklich im heil. Abendmahle und werde daher selbstverständlich von allen Communicanten vermittelst der Elemente mit dem Munde genossen, vom Gläubigen zum Heil, vom Ungläubigen zu seinem Gericht, während die Ref. Kirche glaubt, daß Christi Leib und Blut nicht im heil. Abendmahle wirklich gegenwärtig und nicht an die sacramentlichen Elemente „geknüpft“ sei und daher auch weder von den Ungläubigen noch von den Gläubigen wirklich,