# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S266 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 266 Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. reichend: „Das ist mein Blut“? So gewiß nun Christus diese Worte gesprochen, und nicht gesagt hat: Glaubet, so empfangt ihr meinen Leib ꝛc., so gewiß ist die Gegenwart des Leibes Christi an das Element des Sacramentes und nicht, wie die Calvinisten wollen, an den Glauben geknüpft. Dünkt dies nun Hrn. K. zu sehr an die römische Lehre anstreifend, so muß er das mit dem HErrn Christo ausmachen. Hr. K. macht an der luth. Abendmahlslehre noch die fernere Ausstellung, daß sie „somit consequenterweise auch dem Ungläubigen den Genuß des wahren Leibes und Blutes Christi zuspricht.“ Wir antworten, daß allerdings aus der wahren Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im h. Abendmahl consequenterweise der Genuß dieser Güter von Seiten aller, die es genießen, der Ungläubigen wie der Gläubigen, folgt; aber wir Lutheraner glauben dieses nicht um der bloßen Consequenz, sondern um des sonnenhellen und klaren Wortes Gottes willen: „Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des HErrn.“ 1 Cor. 11, 27. Wir kehren uns hierbei nicht an die elenden Sophistereien, womit die Herren Reformirten auch dieses unwidersprechliche göttliche Zeugniß dafür zunichte zu machen gesucht haben, daß auch der ungläubige Communicant den Leib und das Blut Christi genießt, sondern halten gerade darum so fest daran, weil sonderlich daran offenbar wird, ob ein Mensch wirklich an die Gegenwart Christi im heil. Abendmahl glaubt, oder ob alles sein Reden von der „wirklichen Gegenwart“ und von dem „wahren wesentlichen Leibe“ Christi, mit welchen Ausdrücken namentlich die Calvinisten so freigebig sind, eben nur Redensarten seien, mit welchen die Rechtgläubigen betrogen werden sollen. Gar recht sagt daher Luther in seinem letzten Bekenntniß: „Ich rechne sie alle in Einen Kuchen, das ist, für Sacramentirer und Schwärmer, wie sie auch sind, die nicht gläuben wollen, daß des HErrn Brod im Abendmahl sei sein rechter natürlicher Leib, welchen der Gottlose oder Judas eben so wohl mündlich empfähet, als St. Petrus und alle Heiligen. Wer das, sage ich, nicht gläuben will, der lasse mich nur zufrieden und hoffe bei mir nur keiner Gemeinschaft; da wird nichts anders aus.“ (Citirt in der Concordienformel Art. VII der Wiederholung.) Wenn Hr. K. in Betreff der Ungläubigen hinzusetzt: „Welchen doch zur Aufnahme und Unterscheidung des Leibes und Blutes Christi jedes Organ fehlt“, so bemerken wir Folgendes: Hr. K. begeht hier eine Petitio principii. Er glaubt nicht an die wirkliche Gegenwart und an den wirklichen Genuß des Leibes und Blutes Christi, sondern allein an eine geistige Gegenwart für den Glauben und an einen geistigen Glaubensgenuß. Dieses beides kann nun allerdings bei Ungläubigen nicht statt finden. Aber daß diese Gegenwart und dieser Genuß der sacramentliche sei, ist das, was zu beweisen ist, nicht, womit bewiesen werden kann. Die Sache ist umgekehrt; eben daraus, daß nach Gottes Wort auch die ungläubigen Communicanten den Leib und das Blut Christi genießen, ist offenbar, daß Christ