# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1863_S258 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 258 Einige Bemerkungen über eine neue Apologie der Reformirten Kirche. Bescheid hierauf gegeben. Er schreibt in seinem Briefe von der Wiedertaufe vom Jahre 1528 hierüber u. A. folgendes: „Aufs erste höre und sehe ich, daß solch Wiedertäufen von Etlichen vorgenommen wird aus dem Grunde, dem Pabst Verdrieß zu thun, als die nichts wollen vom Endechrist haben; gleichwie die Sacramentsfeinde auch darum an eitel Brod und Wein gläuben wollen dem Pabst zum Verdrieß, und meinen, sie wollen damit das Pabstthum recht stürzen“ (oder, wie man jetzt redet, „mit Rom völlig brechen“). „Fürwahr, das ist ein loser Grund, darauf sie nichts gutes bauen werden. Mit der Weise müßten sie auch leugnen die ganze heil. Schrift und das Predigtamt. Denn solches haben wir freilich alles vom Pabst, und müßten auch eine neue heilige Schrift machen. Also müßten wir auch das Alte Testament fahren lassen, auf daß wir ja nichts von den ungläubigen Juden hätten. Warum nehmen sie denn täglich Geld und Gut an, so doch böse Leute, Pabst und die Türken, oder Ketzer haben gehabt? Solches sollten sie auch lassen, wenn sie nichts Gutes wollten von bösen Leuten haben. Narrenwerk ist das alles. Christus fand auch im jüdischen Volk der Pharisäer und Schriftgelehrten Mißbrauch, aber er verwarf's darum nicht alles, was sie hatten und lehreten. Matth. 23, 3. Wir bekennen aber, daß unter dem Pabstthum viel christliches Gutes, ja alles christlich Gut sei, und auch daselbst herkommen sei an uns: nehmlich, wir bekennen, daß im Pabstthum die rechte heil. Schrift sei, rechte Taufe, recht Sacrament des Altars, rechte Schlüssel zur Vergebung der Sünde, recht Predigtamt, rechter Catechismus, als Zehen Gebot, die Artikel des Glaubens, das Vater Unser. Gleichwie er auch wiederum bekennet, daß bei uns (wiewohl er uns verdammt als Ketzer) und bei allen Ketzern sei die heil. Schrift, Taufe, Schlüssel, Catechismus ꝛc. „O wie heuchlest du hie?“ Wie heuchle ich denn? Ich sage, was der Pabst mit uns gemein hat. So heuchelt er uns und den Ketzern wiederum ja so sehr, und saget, was wir mit ihm gemein haben. Ich will wohl mehr heucheln, und soll mich dennoch nichts helfen. Ich sage, daß unter dem Pabst die rechte Christenheit ist, ja der rechte Ausbund der Christenheit und viel frommer großer Heiligen. Soll ich aufhören zu heucheln? Höre du selber, was St. Paulus sagt 2 Thess. 2, 4.: „Der Endechrist wird im Tempel Gottes sitzen.“ Ist nun der Pabst (wie ich nicht anders gläube,) der rechte Endechrist, so soll er nicht sitzen oder regieren in des Teufels Stall, sondern in Gottes Tempel. Nein, er wird nicht sitzen, da eitel Teufel und Ungläubige oder da kein Christus oder Christenheit ist, denn er soll ein Widerchrist sein, darum muß er unter den Christen sein; und weil er daselbst sitzen und regieren soll, so muß er Christen unter sich haben. Es heißt ja Gottes Tempel nicht Steinhaufe, sondern die heilige Christenheit 1 Cor. 3, 17., darin er regieren soll. Ist denn nun unter dem Pabst die Christenheit, so muß sie wahrlich Christi Leib und Glied sein. Ist sie sein Leib, so hat sie rechten Geist, Evangelium, Glauben, Taufe, Sacrament, Schlüssel, Predigtamt, Gebet, hl. Schrift und alles, was die Christenheit haben soll. Sind wir doch auch noch alle unter dem Pabstthum und haben solche Christengüter davon. Denn er verfolget