# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S256 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 256 Pastoralwinke aus den Kirchenvätern. Ein treuer Diener beweist, daß das, was er mit Worten lehrt, wahr sei, mit seinen Thaten. (Ambrosius. In cap. 2. ep. ad Tit.) Nichts ist an einem Priester so gefahrvoll bei Gott, so schändlich bei Menschen, als, was er glaubt, nicht frei heraus zu sagen. (Ambrosius. Lib. 5. ep. 29. ad Theodosium.) Vor allem bitte ich dich, daß deine gottselige Klugheit bedenke, daß in diesem Leben und sonderlich zu dieser Zeit nichts leichter, und vergnüglicher und den Menschen annehmlicher ist, als das Amt eines Bischofs oder Presbyters oder Diakonus, wenn die Sache nur obenhin und menschengefällig verrichtet wird, aber nichts vor Gott elender, und trauriger und verdammlicher; imgleichen, daß in diesem Leben und sonderlich zu dieser Zeit nichts schwerer, mühevoller und gefährlicher ist, als das Amt eines Bischofs oder Presbyters oder Diakonus, aber vor Gott nichts seliger, wenn man so Kriegsdienst thut, wie unser Feldherr befiehlt. (Augustinus. Ep. 148. ad Valerium.) Wenn der Zuhörer den durch dich ausgestreuten Samen nicht annimmt, noch die Frucht des Gehorsams bringt, so erhältst du doch den Lohn für den mitgetheilten Rath und wirst keine geringere Vergeltung empfangen, wenn man dich nicht gehört hat, als du empfangen haben würdest, wenn man dir gehorcht hätte. Was an dir war, hast du geleistet; dazu, die Zuhörer zu überreden, sind wir nicht verbunden, sondern nur, sie zu ermahnen. (Chrysostomus. Conc. I. de Lazaro.) Es gibt viele Priester und wenige Priester. Viele, dem Namen nach, wenige, der That nach. Sehet daher wohl zu, wie ihr (auf Christi Stuhle) sitzet, weil nicht die Canzel den Priester macht, sondern der Priester die Canzel; nicht der Ort den Menschen heiligt, sondern der Mensch den Ort. Nicht jeder Priester ist heilig, aber jeder Heilige ist ein Priester. Wer wohl auf der Canzel steht, empfängt Ehre von ihr; wer übel darauf steht, beschimpft die Canzel. Einem bösen Priester wird sein Priesterthum zum Verbrechen, nicht zur Würde. Denn indem du im Gericht sitzest, bist du, wenn du wohl lebest und wohl lehrest, Aller Richter; wenn du aber wohl lehrest und übel lebest, verurtheilst du dich allein selbst. Denn durch wohl leben und wohl lehren unterrichtest du das Volk, wie es leben müsse; aber durch wohl lehren und übel leben unterrichtest du Gott, wie er dich verdammen müsse. (Chrysostomus. Homil. 43. in Matth. op. imperf.) Ein Lehrer muß erwägen, was er rede, zu wem er rede, wann er rede, wie er rede und wie viel er rede. Denn wenn eines hiervon fehlt, so wird die Rede nicht angemessen sein. (Gregor der Gr. Homil. 11. in Ezech.)