# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S255 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 255 Mittheilung gemacht. Die Gerechtigkeit erfordert, daß wir folgende in Ehlers Zeitschrift befindliche Berichtigung von Zöller in Wollin nun auch mittheilen. Sie lautet, wie folgt: „In Nro. 6 von Hengstenberg's Ev. Kirchenz. von 1863 S. 69 findet sich in Bezug auf die im October v. J. abgehaltene Conferenz folgende Mittheilung: „„Man hat sich in dem sehr vernünftigen Beschlusse geeinigt, daß den An⸗ „„ordnungen des Ober-Kirchen-Collegii Folge zu leisten sei, daß es aber Jedem „„überlassen bleibe, wie er sich die Auktorität desselben zurecht lege, ob er sie aus „„göttlichem oder menschlichem Rechte ableite. Man muß sich nur wundern, „„daß das sich nicht von selbst verstand, daß es erst beschlossen werden mußte.““ Diese Mittheilung ist durchaus falsch, und um den mancherlei verkehrten Urtheilen öffentlicher Blätter über die Conferenz in Angermünde, soviel an mir ist, entgegenzutreten, erkläre ich, daß auf besagter Conferenz, deren Verhandlungen ich nicht nur von Anfang bis zu Ende mit lebhaftem Interesse verfolgt, sondern zum größten Theil selbst geleitet habe, weder der in der Evang. Kirchenz. erwähnte „„sehr vernünftige““ und doch „„verwunderliche,““ noch irgend ein anderer auf die Lehrfrage oder das praktische Verhalten der Pastoren bezügliche Beschluß gefaßt worden ist. Man war überhaupt in Angermünde nicht zusammengekommen, um nach Unions⸗Weise hinter einer gewiß sehr leicht zu findenden Unionsformel den vorhandenen Zwiespalt zu verbergen und falschen Frieden zu erheucheln, sondern um einen ehrlichen, Gott wohlgefälligen Frieden in der Wahrheit anzubahnen.“ Pastoralwinke aus den Kirchenvätern. Wenn wir mit etwas drohen, geschehe es mit Schmerz, indem wir aus der Schrift mit der künftigen Strafe drohen, damit nicht wir selbst in unserer Gewalt, sondern Gott in unserer Rede gefürchtet werde. (Augustinus. Ep. 64. ad Aurelium.) Eine weit wichtigere und gefährlichere Verbindlichkeit haben die, welche für viele Seelen werden Rechenschaft geben müssen. Wohin sollte ich Unglückseliger mich wenden, wenn ich einen so großen Schatz, wenn ich jenes kostbare mir anvertraute Gut, welches Christus für kostbarer, als sein eigenes Blut, geachtet hat, nachlässig bewahren würde? Wenn ich das am Creuze herabträufelnde Blut des HErrn aufgesammelt und es bei mir in einem gläsernen Gefäße verwahrt hielte, und öfters hin und her tragen müßte, wie würde mir in so großer Gefahr zu Muthe sein? (Bernhard. Serm. 3. de Adventu Dom.) Nicht umsonst ist bei der Uebergabe der Schafe so oft wiederholt worden: Petre, liebst du mich? Und ich zwar meine, damit sollte so viel angezeigt werden, als ob JEsus zu ihm gesagt hätte: Wenn dir nicht dein Gewissen Zeugniß gibt, daß du mich liebest, und zwar sehr und vollkommen liebest, das heißt, mehr, als das Deine, mehr, als die Deinigen, mehr auch, als dich selbst, so daß die Zahl dieser meiner Wiederholung erfüllt wird: so übernimm diese Sorge nicht und gehe nicht zu meinen Schafen ein, für die ja mein Blut vergossen worden ist. Eine erschreckliche Rede, und die selbst die furchtlosen Herzen aller Tyrannen zermalmen könnte! (Bernhard. Serm. 76. sup. Cantica.)