# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S253 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 253 Predigt dahingegeben hatten. Im Advent v. J. kamen sie wieder zu Eichhorn, und nach einigen Wochen waren sie so weit, daß sie ihre große Versündigung erkannten. Den 12. März d. J. wurden sie auf ihr reuiges Bekenntniß wieder in den Frieden der Kirche aufgenommen. Es war eine schöne Feier, als Eichhorn am Palmsonntage Gottesdienst zu Bretten hielt und das h. Abendmahl austheilte. Die Pastorin Haag mit ihren Töchtern wohnte der Feier selbst bei, wohl mit bittern Gefühlen, da ihr Mann, getrennt von den Seinen, auf einem 3 Stunden entfernten Hofe weilte. Freilich ist damit der Riß noch nicht geheilt, denn noch verharren die Söllinger in ihrer Trennung. Sie sind einst mit Ludwig aus der Union getreten und dann zu Eichhorns Pfarre geschlagen, bis Ludwig Anspruch auf seine Söllinger erhub und Eichhorn dieselben entriß. Seit nun Ludwig in die Union zurückgetreten ist, hat sich die bittere Stimmung der Söllinger gegen Eichhorn als den vermeintlichen Urheber verschärft. Gott wolle auch diesen Bruch heilen und Eichhorns vielgeprüften Glauben krönen! Seine Lage ist noch nicht der Art, daß er der Handreichung der lutherischen Brüder entbehren könnte. Abermalige Begräbnißverweigerung in Mecklenburg. Mecklenburg scheint einige hartnäckige Pastoren zu haben. Obgleich der Landtag unlängst beschlossen hat, daß der Pastor niemandem das kirchliche Begräbniß verweigern soll, der nicht vorher in der Form Rechtens excommunicirt worden ist, hat es der Pastor Köhler zu Roggendorf bei Gadebusch dennoch gewagt, einem Bauern, welcher ein Sacramentsverächter war, das kirchliche Begräbniß zu verweigern. Die Frau des Verstorbenen wandte sich freilich an die Behörden, fand aber kein Gehör. Dafür verschaffte der mecklenburger Aufkläricht, der auf der Höhe der Zeit steht, sich selber Genugthuung. Gutsbesitzer, Pächter, Bauern, Tagelöhner und alle kirchlichen Nullen, wie es heißt, vereinigten sich, dem Sacraments⸗ und Kirchenverächter die letzte Ehre zu erweisen, und nie soll ein solch „großartiges“ Begräbniß in der Gemeinde gesehen worden sein. P. Köhler wird sich nicht davor entsetzen, wenn er auch sieht, daß man in Mecklenburg Ziele hat, die mit Lärmmachen vorbereitet und verfolgt werden. Was kommen soll, kommt doch, und es ist besser mit Muth dem Feinde entgegenzugehen, als vor der Schlacht zu kapituliren. (Münkels Zeitblatt.) Hannoversche Vorsynode. Die bei Eröffnung derselben anwesenden Mitglieder hatten in die Hände des Königlichen Bevollmächtigten die feierliche Versicherung abzulegen: „Ich gelobe vor Gott, daß ich bei meinem Wirken in der Versammlung gehorsam dem göttlichen Worte, in Treue gegen den Glauben der ev.⸗luth. Kirche die Ehre Gottes und das Heil der Seelen unverrückt im Auge behalten und danach trachten will, daß die Kirche in Einigkeit des Glaubens und in Gemeinschaft der Liebe wachse zu ihrer selbst Besserung an dem, der das Haupt ist, Christus.“ So vag dieses eidliche Gelübde ist, so gehört doch eine starke Portion jesuitischen Vorbehalts dazu, wenn die Rationalisten dasselbe ablegen. Aber was können diese Moralhelden nicht alles verdauen! Tod. Am 13. Mai starb der Oberconsistorialrath und Generalsuperintendent der Provinz Schlesien, Prof. Dr. August Hahn. Er war geboren am 27. März 1792, in den dreißiger Jahren Professor der Theologie zu Leipzig. Madagascar. In der Neuen Ev. Kirchenzeitung heißt es in Betreff der Aussichten für das Christenthum auf jener Insel: Gefahrdrohend ist für den Fortgang des Evangeliums jetzt nur der Einfluß, den die Jesuitenmission, gestützt auf die Macht Frankreichs, bei der Königin, einer eifrigen Katholikin, geltend macht. Sie hat ihren, bis jetzt von Mr. Ellis (englisch⸗protestant. Missionar) erzogenen Sohn, den vermuthlichen Erben des Throns, kürzlich den Jesuiten übergeben und des Königs Anhänglichkeit an das Evangelium scheint mehr auf Wohlwollen und Zuneigung, als auf feste Ueberzeugung gegründet. Baden. Der „Pilger“ schreibt: Die Leser erinnern sich der bedauerlichen Separation, die durch Past. Haags Eindringen in die Gemeinden der Pastoren Eichhorn und Frommel veranlaßt worden war. Nachdem Past. Haag eine Zeit lang Erfolg gehabt und namentlich Past. Eichhorn einen großen Theil seiner Gemeinde verloren hat, scheinen die