# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S252 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 252 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. behauptet,) „als eine unbegründete und unerwiesene bezeichnen." In dem Kirchenblatt für die ev.-luth. Gemeinden in Preußen (dem Organ der Breslauer) vom 1. Mai heißt es weiter: „Die Ausstellungen des Verfassers an den S.-B. beschränken sich auf die Vorsteher-Ordnung und auf das Kirchenzuchts-Verfahren. Von den hierauf bezüglichen Bestimmungen der S.-B. urtheilt er schließlich, daß sie auf Anschauungen und Theorieen über Gemeindeverfassung und Kirchenregierung ruheten, die dem Bekenntniß unserer Kirche fremd seien und nur künstlich in Einklang mit demselben gebracht werden könnten, fügt aber hinzu: „„wenn ich aber in Beurtheilung der besprochenen Institute, soweit es sich um den in den S.-B. vorliegenden Thatbestand handelt, den Gegnern habe Recht geben müssen, so kann ich doch weder die praktischen Consequenzen billigen, die sie ihrem Dissensus für ihr Verhältniß zu dem bestehenden Kirchenverband gegeben, noch theile ich dabei jene Motive und Tendenzen derselben, die mit ihrer Bestreitung jedweder wirklichen Autorität der Kirche als societas externa zusammenhängen und die ihrer sich hier abermals überstürzenden Opposition die Spitze abbrechen."" Joh. Ronge, der Apostel der Deutschkatholiken, dessen Apostolat in Deutschland stark an der Mundfäule leidet, ist nach Italien gegangen, um dort den Odem seiner Worte zu verbessern. Nöthig ist er in Italien nicht, man weiß dort alles, was er zu sagen hat, schon vorlängst. Er soll bei Garibaldi gewesen sein, dessen Reformationsplan im wesentlichen der seine ist, nur daß Garibaldi wenig darnach fragt, was die Italiener glauben oder nicht glauben, wenn sie nur den Pabst wegjagen. Dennoch wird es auch in Italien heißen: „Religion muß sein"; und die, welche den Menschen am wenigsten belästigt und am meisten verheißt, bleibt allemal für den großen Haufen die beste. Die andern werden sich mit dem kleinen Haufen begnügen müssen. (Münkel's Zeitblatt.) Pastor Haag in Baden. Folgendes lesen wir in Münkels Zeitblatt vom 1. Mai: Die Leser werden sich erinnern, daß P. Haag von Stolpe in Pommern auf eigene Hand nach Baden ging, um die dortigen separirten Lutheraner unter sein Generalpastorat zu sammeln, die treuen Pastoren Frommel und Eichhorn aufs Trockene zu setzen und ihrer Heerden zu berauben. Es klingt unglaublich, aber es mag nur zu sehr begründet sein, daß er, mit dieser gesammelten Schaar hinter sich, mit dem unirten badischen Kirchenregimente unterhandeln und sich eine Stelle im unirten Oberkirchenrathe erschwingen wollte. Leider gelang ihm sein Freibeuterzug bis zu einem gewissen Punkte. Frommel verlor einen kleinen, und Eichhorn einen großen Theil seiner Gemeinde. Selbst Pastor Ludwig trat mit den Söllingern, welche zu Eichhorns Gemeinde gehörten, auf Haag's Seite. Es schien wirklich, als wenn die lutherische Freikirche in Baden ihrem Untergange nahe wäre. Noch aber hielt Gott seine Hand darüber. Er läßt uns wohl sinken, aber nicht vertrinken. Eichhorn waren schon Anerbietungen gemacht, in Preußen ein Unterkommen zu finden, da ihn seine stark zusammengeschmolzene Gemeinde nicht mehr unterhalten konnte. Jahrelang hatte er gestritten und gelitten unter Verfolgungen und Gefängniß, und als ein treuer Knecht Christi ausgehalten. Es wäre ein Jammer gewesen, wenn der Wolf den Hirten jetzt von der Heerde vertrieben hätte. Eichhorn beschloß zu bleiben und auch diesen Kelch noch zu trinken. Gebet und Thränen sind die Waffen der Kirche, wenn sie auf Erden keine Hülfe hat. Gottes Gerichte brachen schneller herein, als man erwarten konnte. Daß Ludwig in die Union zurücktrat, ist schon berichtet; er nahm ein Pfarramt, wenn ich nicht irre, eine Hülfspredigerstelle in der Union an. Etwas länger währte es mit Haag, der sein Freicorps noch nicht beieinander hatte. Doch mitten in seinem Siegeslaufe warf er sich selbst Steine in den Weg. Im October v. J. trennte sich ein großer Theil der Gemeinde Bretten und Umgegend von ihm, nachdem sie kaum 4 Monate bei ihm gewesen war. Der Grund war der Anstoß, welchen sie an seinem Wandel nahm. Ohne in die unerfreulichen Einzelnheiten einzugehen, mag hier nur angedeutet werden, daß Haag mit seiner eigenen Familie zerfiel. Vorläufig richteten die Brettener einen Lesegottesdienst ein. Jedoch es waren auch Alte und Kranke da, welche nach dem Sacramente und seelsorgerlicher Bedienung verlangten. Das gab die erste Veranlassung, wieder nach dem Hirten auszuschauen, der sie 9 Jahre lang so treu geweidet, und den sie Im das Linsengericht einer schmackhaften