# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S251 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 251 Abolitionisten-Exegese. Im mennonitischen „christl. Volksblatt" vom 8. Juli lesen wir: „Der Fluch Noah's ist ein blos menschlicher und sündlicher Fluch, den er in Reizung zum Zorn aussprach und beging, von seiner Trunkenheit und deren Folgen dazu gebracht." In der That, ein radicales Mittel, die Lehre von Gottes Gerichten aus der Bibel zu entfernen! Wisconsin-Synode. Dieselbe hat, wie wir aus dem Luth. Observer vom 17. Juli erfahren, beschlossen, ein deutsches Seminar und College in Watertown zu gründen und Pastor Bading nach Deutschland abgeordnet, daselbst für das beabsichtigte Unternehmen zu collectiren. Zugleich schreibt der Observer: „Man spricht von dem Project, eine große westliche deutsche Generalsynode zu etabliren, um die Synoden von Ohio, Michigan, Wisconsin und Minnesota in dem Unternehmen zu vereinigen." II. Ausland. Das Barttragen von Seiten des Klerus. Folgendes lesen wir in der Kath. Kirchenzeitung: Der „Münch. Volksb." vom 19. Mai schreibt: Von dem apostolischen Nuntius am hiesigen Hofe, Msgr. Gonecka, wurde unter dem 4. d. folgendes Schreiben an unsern hochw. Hrn. Erzbischof gerichtet: „Es kam zu Ohren des Heiligen Vaters, daß in einigen Diözesen Bayerns sich Geistliche finden, welche vom Geiste der Neuerung oder vielmehr des Leichtsinns geleitet, den schon lange veralteten Gebrauch des Barttragens wieder einführen und durch ihr Beispiel auch Andere zur Nachahmung verleiten wollen. Was sich auch über die früheren Jahrhunderte sagen läßt, so viel ist bekannt, daß die neuerblühende Kirchenzucht diesem Gebrauche gänzlich entgegensteht und daß eine neue Einführung, um gesetzlich zu sein, die nothwendige oder doch stillschweigende Billigung des obersten Hirten der Kirche verlange. Hier aber erklärt er, jede solche Neuerung mißbilligen zu müssen, dies um so mehr, als in diesen traurigen Zeiten der Neuerungsgeist nicht Wenige täuscht und es leicht von einer Neuerung zur andern kommen könnte. Deßhalb hat Seine Heiligkeit geruht, mir aufzutragen, allen Vorstehern der Diöcese Bayerns in seinem Namen zu bedeuten, daß sie auf jede mögliche Weise dafür zu sorgen haben, daß jener Gebrauch nicht nur energisch beseitigt, sondern auch, daß die Einheit der Regel und die vollkommene Uebereinstimmung mit der römischen Kirche in Allem und deßhalb auch in Kleidung und Scheeren des Haares bewahrt, wenn nöthig wieder hergestellt, und jeder neue Gebrauch verboten werde, welcher nicht dem höchsten Haupte der Kirche bekannt, sowie von diesem selbst gebilligt ist." (Natürlich sind hier nur die Bärte von Weltpriestern gemeint, und zwar zunächst in Bayern.) Bischof Colenso, der Bestreiter der Mosaischen Autorschaft des Pentateuchs, so wird berichtet, hat bereits $30,000 von den Verlegern seines Werkes über den Pentateuch als seinen Antheil erhalten. Eine „treffliche Summe!" Judas wenigstens erhielt nur 30 Silberlinge. Sach. 11, 12. 13. Urtheil über die Breslauer Synodalbeschlüsse. Ueber dieselben hat Prof. Dr. Harnack in Erlangen ein eingehendes, 42 eng geschriebene Folioseiten umfassendes schriftliches Gutachten gestellt, mit dem sich nicht nur der Prof. der Rechte, Dr. Scheuerl in einer Separat-Erklärung vollständig, sondern auch die übrigen Mitglieder der theologischen Facultät daselbst in allen Hauptpunkten privatim einverstanden erklärt haben. Der Schluß, das Endergebniß der Prüfung enthaltend, lautet: „An den Schluß meiner Begutachtung angelangt, kann ich, trotz den von mir beanstandeten Einzelnheiten, in denen ich wohl praktische Mißgriffe, aber nicht Abfall vom Bekenntniß sehe, auch die oben gestellte Hauptfrage nur bejahen" (nehmlich ob das formell in seinem Recht gewahrte Princip auch materiell in den Synodalbeschlüssen durchgeführt sei d. h. ob das Corpus der Synodalbeschlüsse sich auch seinem Inhalte nach mit dem Bekenntniß unserer Kirche in wesentlicher Uebereinstimmung befinde,) „und muß die Behauptung der Gegner, daß die Synodalbeschlüsse auf dem Grunde unlutherischer Principien gebauet und, als Ganzes „„um des in ihnen herrschenden unevangelischen Geistes willen verwerflich seien (wie Diedrich