# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S248 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 248 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. hat. Krieg verursachen ist freilich immer eine schauerliche Sünde; Krieg führen, kann unter Umständen heilige Pflicht sein. College für die deutschen Methodisten. Am 3. Juni versammelten sich eine Anzahl von Predigern und Gliedern der bischöflichen Methodistenkirche in Berea, O., zu einer Convention, um sich über ein Anerbieten der englischen Trustees der Baldwin⸗Universität, welches sie den deutschen Methodisten behufs der Erweiterung des deutschen Departements der besagten Universität und Gründung eines deutschen College machen, zu berathen. Hr. Wm. Nast wurde zum Vorsitzer gewählt und die erstmaligen Verhandlungen mit dem Beschluß geendigt: „Daß wir uns vereinigen, ein deutsches College in Berea, O., für den deutschen Zweig der bischöflichen Methodistenkirche zu gründen.“ Der Zweck soll sein, „wissenschaftliche Bildung und biblisches Christenthum unter dem deutschen Volke in America zu befördern.“ In späterer Sitzung wurde beschlossen, den Plan, daß jedes Glied der Cincinnati-, Nord-Ohio-, Süd-Ost-Indiana- und New-York-Conferenz einen und einen halben Dollar geben möge, um eine neue Professur im deutschen College zu fondiren, bestens der Ausführung allen Gliedern und besonders Predigern zu empfehlen. Herr Nast sagt in einem im Apologeten vom 15. Juni erschienenen Bericht hierüber: „Es drängte sich jedem, der gegenwärtig war, die Ueberzeugung auf, daß — wenn überhaupt eine höhere Lehranstalt eine der Bedingungen eines erfolgreichen Aufbaues des Reiches Gottes in unseren Tagen ist, und wenn anders der deutsche Methodismus eine bleibende Mission in diesem Lande haben soll, — die uns jetzt angebotene Gelegenheit, eine unabhängige deutsche Lehranstalt zu gründen, die beste sei, die wir erwarten könnten, und daß es deshalb unsere Pflicht sei, diese Gelegenheit jetzt zu benützen.“ Dadurch werde „jungen, von Gott zum Predigtamt berufenen Männern Gelegenheit gegeben, sich die nöthigen Kenntnisse zu erwerben.“ — Wie sich doch die Zeiten und in ihnen die Menschen geändert haben! Noch sind wenige Jahre verflossen, als wir aus Mund und Feder der deutschen Methodisten fast nichts als Spott über wissenschaftliche Anstalten zur Ausbildung für das Predigtamt, als „Predigerfabriken,“ vernehmen konnten. Da hieß es, nur aus der Schule des heil. Geistes könne ein wahrer Prediger hervorgehen, die hohen Schulen machten nur geistlose vom Wissensdünkel aufgeblasene Schwätzer mit leeren Herzen. Und wie redet man jetzt? — Nun, ein Rückschritt ist dieser Umschwung innerhalb des deutschen Methodismus jedenfalls nicht. Die hiesigen kleineren Secten sind bekanntlich dem theologischen Studium sehr unhold. Sie wollen nur s.g. „Geist“-Gelehrte haben. Wo sie nun aber einmal Anstalten machen, ihre Prediger zum Studiren anzuweisen, da geschieht es in höchst jämmerlicher Weise. Fremdlinge auf dem Felde der theologischen Wissenschaft, greifen sie dann oft zu den miserabelsten Hülfsmitteln. Sich zu den „orthodoxen“ Denominationen rechnend, geben sie oft selbst die elendesten rationalistischen Machwerke denen, die sich auf ihr Ministerium vorbereiten sollen, in die Hände. So lesen wir im „Fröhlichen Botschafter“, dem Organ der „Vereinigten Brüder in Christo“, vom 25. Juni die Klage eines Einsenders, daß nach ihrem „Studienplan“ das „Volks-Bibel Lexikon“ empfohlen sei, während doch dasselbe, wie der Einsender belegt, die Göttlichkeit und Wahrheit der h. Schrift ableugnet. Der Standpunct der amerikanischen Kirchen in der Sclavereifrage. Hierüber bemerkt der „Apologete“ vom 22. Juni Folgendes: „Eine ansehnliche Zahl der Religionsgemeinschaften nördlicher Staaten haben vom Anbeginn ihrer Organisation es als die Pflicht einer christlichen Kirche erachtet, von ihren Mitgliedern die augenblickliche Lossagung von der Sclaverei zu fordern und jedem Sclavenhalter das Gliederrecht der Kirche zu versagen. Unter diese Religionsgemeinschaften gehören die Free Will-, Free Mission- und Seventh Day-Baptisten, die Reformed-, Vereinigten- und freien Presbyterianer, die Wesleyaner, die Evangelische Gemeinschaft und zwei andere Zweige der Methodistenkirche, die meisten Congregationalisten-Kirchen, die Freunde, die Vereinigten Brüder und andere Kirchen. Demgemäß erneuern diese Körper an ihren Conferenzen und Synoden alljährlich ihr Zeugniß wider die größte Nationalsünde. Viele andere Gemein⸗