# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S247 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 247 stes u. s. w. sei!“ — Wie aber, wenn nun der HErr über solche Entschuldigungen „zornig“ wird? Luc. 14, 16—21. — Merkwürdig hierbei ist, daß die bezeichnete Assembly hingegen nur mit einer Majorität sich dafür erklärte, daß alle getauften Kinder als Glieder der Kirche und ihrer Zucht und Aufsicht unterworfen anzusehen sein. So viel ist wenigstens gewiß, daß Gottes Wort die getauften Kinder zur Kirche rechnet. Ephes. 5, 25. 26. „Die Concordia-Synode,“ welche von den Pastoren L. F. E. Krause zu Winona, Minnesota, als dem „Senior Ministerii,“ von D. J. Warns zu Bethalto, Ill., F. W. Wier in Washington, Minn., und C. F. Jungk zu New Oregon, Iowa, gebildet worden ist, hat ihren gedruckten „Brudergruß“ auch an Diedrich in Deutschland gesendet. Die Erwiederung hierauf lautet in Räthjens Zeitung vom Mai also: „Wo aus 42 luth. Synoden die 43. erwächst als Concordia, da ist uns etwas bange vor der Concordia, d. h. der Eintracht.“ Die deutschen Methodisten in den Vereinigten Staaten sind vielleicht die gelehrigsten Schüler der selbst mit der Religion speculirenden Jankees unter den hiesigen Eingewanderten. Einen Beleg hierzu liefert der methodistische Apologete. Derselbe hat folgende stehende Anzeige: „Das beste Blatt für Anzeigen unter den Deutschen in den Verein. Staaten. Der christliche Apologete ist die einzige wöchentliche religiöse Zeitschrift in deutscher Sprache, welche eine Liste von 14,000 regelmäßigen Unterschreibern und zwar fast in allen Staaten der Union hat. Sie wird von Hunderten von Predigern aller Denominationen, vielen Vereinen und besonders von guten Geschäftsleuten und Landwirthen gehalten, und ist demzufolge das beste Blatt für Anzeigen unter den Deutschen in den Vereinigten Staaten.“ Die Presbyterianer neuer Schule. In einem Bericht über die Generalassembly derselben, die sich am 21. Mai in Philadelphia versammelte, heißt es u. A.: „Ueber Politik wurde beschlossen, daß man den Krieg mit Ernst fortsetzen solle.“ Miethsprediger. In einem Vortrag, den ein gewesener lutherischer (?) Prediger in Dayton, O., in Berlin voriges Jahr gehalten hat und den der „Kirchenbote“ vom 19. Juni mittheilt, heißt es: „Der Geistliche wird leider in vielen deutschen Gemeinden auf ein Jahr gewählt, oder, wie die Pennsylvanier geradezu sagen, gedingt. Es wurde nun bestimmt, wie es in den meisten englischen Städten Sitte ist, daß der Geistliche gewählt werden solle ohne Zeit. Der Geistliche aber und die Gemeinde sollen jeden Tag das Recht haben, das Verhältniß aufzulösen bei dreimonatlicher Kündigung. Dieses freie Verhältniß halte ich unter den americanischen Zuständen - für das günstigste. Viel eher kommt es vor, daß der Geistliche, als daß die Gemeinde kündigt.“ Wunderliches Urtheil! Wer es einsieht, daß das Dingen der Prediger auf ein Jahr das Predigtamt schändend, ja, seine Göttlichkeit verleugnend ist, der sollte billig auch einsehen, daß die an den Beruf geknüpfte gegenseitige Freiheit, jeden Tag aufzukündigen, dies noch mehr ist. Benutzt, wie der Redner sagt, diese Freiheit in der Regel der Prediger eher, als die Gemeinde, so ist das ein trauriges Zeugniß für die christliche Erkenntniß und Treue der hiesigen Prediger. Die americanische Friedensgesellschaft hielt vor kurzem, wie wir aus dem Bostoner „Advocate of peace“ vom Mai und Juni ersehen, ihre 34. jährliche Versammlung. Dieselbe hat sich zum Zweck gesetzt, dahin zu wirken, daß der Krieg, als etwas Sündliches und dem Evangelio Widerstreitendes, abgeschafft und alle Streitigkeiten, die zwischen den Nationen entstehen, durch das Mittel friedlicher Verhandlungen geschlichtet werden. Hiernach sollte man nun denken, daß die Gesellschaft auch für friedliche Ausgleichung in der gegenwärtigen americanischen Krisis sein müsse. Aber dem ist nicht so. Das ist, sagt die Gesellschaft, „etwas ganz anderes!“ Einem Gouvernement müsse es frei stehen, um sich zu erhalten, auch Krieg anzuwenden und so die Beobachtung der Gesetze zu erzwingen. Die Herren bedenken nicht, daß derselbe Fall bei jedem, nehmlich gerechten, Kriege statt findet. Sie sollten daher einsehen, daß ihr Princip sich schon bei der ersten Feuerprobe, die es mit dem gegenwärtigen Kriege bestehen muß, als unhaltbar erwiesen