# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S242 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 242 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. wir Gott mit Freuden für diese glückliche Rückkehr unseres Kindes. — Weib! wohin läßt du von deinem finstern Wahn dich treiben? du scheinst die erhabenste Entdeckung des menschlichen Geistes für Wahnsinn zu halten. O verzeihet ihr, du Geist eines Feuerbach und du eines Vogt, eines Büchner! Weib, glaubst du wirklich, dieser sei dein Sohn? Siehst du da drüben am grünen Abhang am Rande des Baches jenes weidende Rind und den daran vorübergehenden Reisenden? So wenig jener grüne Rasen und jener klare Bach und jenes weidende Rind mit dem an seinem Stabe dahin pilgernden Wanderer ein und dasselbe sind, so wenig ist das empfangende und das gebärende Weib ein und dieselbe Person. Die da gebar, war noch Rind und Gras und Bach, als die vermeintlich selbige empfing, und die da empfing, war schon längst wieder nach wiederholtem Wechsel in dem unaufhaltsamen und ewigen Flusse aller Dinge in den Schooß der Mutter Erde geeilt, oder schwebte auf und nieder auf den Fittigen des Windes mit den eilenden Wolken, als die vermeintlich selbige gebar! Und du glaubst, du habest diesen empfangen und geboren? Er sei dein und mein Kind? Du, erst seit wenigen Wochen zu einem Menschen zusammengetretene Stoffverbindung, glaubst mit Recht den Mutternamen von ihm beanspruchen zu dürfen, der schon mehrere hundert male seine scheinbare Mutter gewechselt, oder vielmehr sich selbst gewechselt hat und seine wahre Mutter nie sehen konnte, weil er selbst nie geboren ward? Im Namen der Wissenschaft, im Namen der Wahrheit und Gerechtigkeit, maße dir nicht an, was dir nicht gehört, schreibe dir nicht zu, was du nur in trügerischem Wahne glauben kannst, für ihn gethan und gelitten zu haben. Ich erkläre auf das Bestimmteste, daß ich sein Vater nicht bin. — Theuerster Gatte! auch mich willst du verleugnen, dein treues Weib, das, seit wir am Altare uns Liebe und Treue bis in den Tod gelobten, fast nie von deiner Seite gewichen ist, das mit dir Leid und Freude so viele Jahre treulich getheilt hat, das dir in beständiger Liebe angehangen hat bis auf diesen Augenblick? Du wolltest mir jetzt den Schimpf anthun, den Vaternamen dem abzuleugnen, den wir, ohne daß je ein Zweifel nur möglich war, als unsern Sohn unter unserer gemeinsamen Pflege und Sorge aufblühen sahen, der unsere Liebe auch allezeit durch viel Freude vergolten hat? Nein, du bist krank. Ein wenig Ruhe wird dir wohlthun. — Liebes Weib! um Alles in der Welt, halte mich nicht für verrückt. Mein Geist sieht klar, klarer als je zuvor. Die Wissenschaft hat mich gelehrt, auf den ewigen Fluß und Wechsel der Dinge zu achten, der eurem unwissenschaftlichen Blicke entgehen muß. Sage mir nichts von dem Gelübde am Altare. Der ewige Kreislauf aller Dinge läßt kein Versprechen, kein Gelübde, wäre es auch noch so feierlich abgelegt worden, länger als vier Wochen zu Recht bestehen. Mit der Wandlung der Stoffe löst sich jedes Band, das eine frühere Verbindung der Elemente des Leibes geflochten, jedes Bündniß, das sie geschlossen haben mag. Wir sind in Wahrheit ganz andere Menschen, als die, von denen du sagst, sie hätten am Altare sich Liebe und Treue geschworen. Wahrheit, Gerechtigkeit, Wissenschaft fordern vereint, solchem auf