# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 238 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. einigen Andeutungen noch etliche jener unvermeidlichen Consequenzen ziehen, vor denen er sich in seinem ganzen Werke noch zimperlich zurückgezogen hat. Daß ein Stoffwechsel im menschlichen Körper stattfinde, sowie in jedem Organismus, da keiner bei Beibehaltung derselben Elemente bestehen kann, sondern jeder Nahrung zu sich nehmen muß, um das Verbrauchte zu ergänzen, ist keine neue Lehre. Daß ein Stoffwechsel in bedeutendem Grade auch im gesunden Organismus stattfinde, daß auf ihm nicht nur die Ernährung, sondern auch die sogenannte Breite der Gesundheit beruhe, hat die neuere Forschung höchst wahrscheinlich gemacht. Daß aber alle Theile des Körpers so davon ergriffen werden, daß wir in einem Zeitraum von vier Wochen stofflich ganz andere und neue Wesen werden, das ist eine auf nichts sich stützende Behauptung. Hören wir über diesen Gegenstand einen Physiologen, der als ein Mann von Fach der lächerlichen Uebertreibungen materialistischer Schwätzer sich nicht schuldig macht. Dr. R. H. Lotze in seinem Werke: (Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften, 2. Aufl. S. 441) sagt: „In das Blut gelangen die normalen Ernährungsbestandtheile; in dasselbe werden auch die der Zersetzung und Ausscheidung zueilenden Massen zurückgeführt, um in die secernirenden Capillargefäßnetze übergeleitet zu werden. Dieser Ernährungs⸗ und Reinigungsproceß der einzelnen Körpertheile und des Blutes im Ganzen ist an mehreren Punkten einer Störung fähig, leider aber kennen wir weder das normale noch das pathologische Verhalten auch nur mit erträglicher Genauigkeit; nirgends finden sich so viele Erdichtungen und schlechte Phantasien, als in diesem Theile der Pathologie, der doch als einer der wichtigsten zur Grundlage vieler therapeutischen Handlungsweisen gemacht worden ist. . . . Da es hier bei dem völligen Mangel an beglaubigtem Detail nur darauf ankommt, eine allgemeine Uebersicht der Verhältnisse zu geben, so erinnern wir an die früher von uns aufgestellten Ansichten über die Wichtigkeit und die Bedeutung des Stoffwechsels, woraus die Nothwendigkeit der Assimilation sowohl und des Wiederersatzes als der Abstoßung und Secretion hervorgeht. Veränderlichkeit und fortwährende Veränderung der Massen ist eine unerläßliche Bedingung für jeden Mechanismus, der in sich selbst ein solches Princip principloser Bewegungen hat, wie der Organismus eines in der Seele besitzt, und der dennoch gegen alle diese zufällig angeregten Veränderungen sich in seinem natürlichen primitiven Zustande erhalten soll. Es folgte hieraus, daß es zweierlei Ursprünge der Zersetzungsmassen giebt; sie werden entweder durch die Dienstleistung der Körpertheile, die durch ihre Funktion aufgezehrt und unbrauchbar werden, producirt, oder sie entstehen auch ohne alle Benutzung und mithin Abnutzung als Erzeugnisse der spontanen Umwandlung, welcher die Stoffe des Körpers unterliegen müssen. Was die erste Entstehungsweise betrifft, so ist diese Nöthigung zum Stoffwechsel durch die Function im Grunde auf die sensiblen und die motorischen Thätigkeiten beschränkt; alle übrigen Verrich⸗